Ministerbesuch in Kiew: Schulze verspricht Ukraine Hilfe beim Wiederaufbau

Minister besucht Kiew Schulze verspricht der Ukraine Hilfe beim Wiederaufbau

27.05.2022 14:52

Svenja Schulze reist als zweites Mitglied der Bundesregierung in die Ukraine. Der Entwicklungsminister sagte dem Land zivile Hilfe aus Deutschland zu, damit der Wiederaufbau schnellstmöglich beginnen könne. Der russische Präsident Putin fordert sie auf, Getreide aus der Ukraine freizugeben.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze ist das zweite Mitglied der Bundesregierung, das seit Beginn des russischen Angriffskriegs in die Ukraine reist. Bei einem Besuch im stark zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka sicherte er den Menschen zivile Hilfe aus Deutschland zu. 185 Millionen Euro seien bereits für Sofortmaßnahmen bewilligt worden, sagte Schulze gegenüber Reportern in Borodjanka. Konkret müssen Wohnungen und Stromleitungen gebaut werden. „Ukrainer brauchen einfach Wasser und Strom. Diejenigen, die in die Ukraine geflüchtet sind, brauchen ein Dach über dem Kopf, Kinder müssen wieder zur Schule gehen können und dafür braucht es Unterstützung.“

Deutschland bleibe auf Jahre hinaus Partner, hieß es vor von russischen Luftangriffen zerstörten Häusern. “Aber wir müssen nicht warten, bis der Krieg vorbei ist, wir müssen jetzt anfangen zu helfen und wieder aufzubauen.” Nothilfegelder werden unter anderem für den Wiederaufbau der zerstörten Häuser verwendet. Aber die Menschen brauchen auch Müllabfuhr und Abfallwirtschaft. Das Entwicklungsministerium werde auch in Zukunft eng mit den betroffenen Gemeinden zusammenarbeiten, sagte der Bürgermeister von Borgijanka, Georgi Jerko, in einem Interview.

Schulze forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, die Lieferung von Getreide über ukrainische Häfen zuzulassen. “Putin ist schuld daran, dass es jetzt in vielen Ländern zu Hungersnöten kommen kann.” Der SPD-Politiker wies russische Vorwürfe zurück, westliche Sanktionen würden eine weltweite Hungerkrise auslösen. Lebensmittel seien von Sanktionen ausgenommen, betonte er. “Aber Putin bombardiert in Wirklichkeit Häfen und verhindert so, dass Lebensmittel aus der Ukraine exportiert werden.” Das müsse aufhören, forderte Schulze.

Russland bietet Zeitfenster an

Russland hatte die teilweise Aufhebung westlicher Sanktionen als Bedingung für die Lösung der globalen Ernährungskrise bezeichnet. Gleichzeitig wies Moskau Vorwürfe einer Blockade ukrainischer Häfen zurück. Sie sind wegen der von der Ukraine selbst gelegten Seeminen unzugänglich. Immerhin hat das russische Verteidigungsministerium am Donnerstag erstmals Zeitfenster und Korridore für das mögliche Auslaufen ausländischer Schiffe aus ukrainischen Gewässern veröffentlicht. Kiew ist jedoch für die Sicherheit der Hafenausfahrt verantwortlich.

Angesprochen auf den Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in Kiew sagte Schulze, er sei in ständigem Kontakt mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Anders als andere westliche Staats- und Regierungschefs hat Scholz bisher auf einen Besuch in der Ukraine verzichtet. Vor zweieinhalb Wochen reiste Außenministerin Annalena Baerbock als erstes Regierungsmitglied seit Kriegsbeginn nach Kiew. Anfang Mai hatten Oppositionsführer Friedrich Merz und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas als hochrangige deutsche Politiker Kiew besucht. Bei seinem Besuch wollte Schulze Ministerpräsident Denys Schmyhal und seine Stellvertreterin Iryna Wereschtschuk treffen.

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