Um 1:15 Uhr morgens war es dann soweit: Rafael Nadal bewies in einer denkwürdigen Nachtsession auf der Strecke Philippe-Chatrier einmal mehr, dass sich auch die nächsten 36 Jahre auf der roten Asche von Paris noch sehr wohl fühlen. Dank der 4-Satz-Siegesserie gegen den Dauerrivalen Novak Djokovic ist Nadal nur noch zwei Siege von seinem 14. Titel bei Roland Garros entfernt.
Lange sah es so aus, als würde dieses Spiel in einen 5. Satz gehen. Djokovic servierte im 4. Durchgang beim Stand von 5:3 zum Satzausgleich aus, verpasste aber beide Standardsituationen. Nadal kam zurück und gewann den Tiebreak mit dem 4. Matchball. Damit rächte sich der Spanier auch erfolgreich für die Niederlage im Halbfinale vor einem Jahr.
Nadal unterwirft sich – Djokovic zieht nach
Das 59. Duell der Giganten hatte gehalten, was es von Anfang an versprochen hatte. Das erste Spiel des Spiels war ein Kampf auf hohem Niveau. Nach über 10 Minuten entschied Nadal für sich und sorgte damit gleichzeitig für das Break. Djokovic, der sich im Match gegen den tadellosen Mallorquiner zunächst nicht zurechtfand, gab sein Service zum zweiten Mal und wenig später zum 1. Satz ab.
Der 2. Satz war zunächst eine Kopie des 1. Satzes. Nadal holte sich im ersten Spiel erneut das Break, zu lange (13:23 Minute). Als der Sieger des Pariser Djokovic-Rekords erneut das Service nahm und auf 3:0 erhöhte, schien auch der zweite Satz eine einseitige Angelegenheit zu sein. Wenig später stand es aus Weihnachts-Sicht plötzlich 3:4. Djokovic zog den Kopf aus der Schlinge und fesselte verdient nach einem fast 90 Minuten langen Satz.
In der Folge schien sich das Kräfteverhältnis mit Djokovic verändert zu haben. Aber Nadal gab nicht auf. Nachdem er sich nach einem Unentschieden von sieben Spielen kurzzeitig in die Katakomben zurückgezogen hatte, rückte er mit einer 6:2-Führung wieder vor. Im Tiebreak des 4. Satzes spielte er dann wieder groß. Am Ende der Nacht konnte er aufatmen.