Bisher wurden Weltraummissionen zum Mond routinemäßig mit den größten verfügbaren Raketen kombiniert. Doch die US-Weltraumbehörde NASA und die Firma Rocket Lab wollen nun zeigen, dass man auch mit recht kleinen Trägerraketen arbeiten kann. In diesem Fall ist es nicht so, dass die NASA das Raumfahrtunternehmen dafür bezahlt, einen ihrer Satelliten im Weltraum zu platzieren. Auch die Nutzlast stammt vollständig aus einem privatwirtschaftlichen Projekt. Allerdings unterstützt die Behörde die 13,7 Millionen Dollar teure Mission, da hier ganz neue Optionen getestet werden, die später auch der NASA helfen könnten.
Die zu transportierende Nutzlast besteht aus einem Cubesat-System, das nur 25 Kilogramm wiegt. Es ist das sogenannte Cislunar Autonomous Positioning System (CAPS). Das bereitet im Grunde auf eine Zeit vor, in der rund um den Mond mit viel mehr Verkehr zu rechnen ist. CAPS wurde entwickelt, um eine sicherere Navigation bei bevorstehenden bemannten und unbemannten Mondmissionen verschiedener Länder und Organisationen zu ermöglichen. Der Start ist für Samstag von Neuseeland aus mit einer Elektronenrakete geplant.
Halo-Orbit im Test
Chris Baker, ein leitender NASA-Ingenieur, erklärte, dass die Raumfahrtbehörde an dieser Art von Technologie interessiert ist, weil sie bereits eigene Pläne macht, um den wachsenden Verkehr in der Nähe des Mondes zu bewältigen, einschließlich ihrer eigenen Artemis-Missionen und kommerziellen Raumschiffe, die sie der NASA bringen werden wissenschaftliche Nutzlasten zur Mondoberfläche.
Die laufende CAPSTONE-Mission wird der NASA noch auf andere Weise zugutekommen: Sie wird den Mond in einer speziellen Umlaufbahn, der sogenannten Halo-Umlaufbahn, umfliegen. Es ist eine stark elliptische Umlaufbahn, die sich periodisch etwa 3.000 Kilometer vom Mond entfernt und bis zu 70.000 Kilometer zurücklegt. In dieser Umlaufbahn ist das Raumfahrzeug zwischen der Schwerkraft des Mondes und der Erde gut ausbalanciert und benötigt nur geringe Mengen an Treibstoff. Erfahrungen aus dem Orbit sollten auch zukünftigen Langzeitmissionen zum Mond zugute kommen.
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