Es ist nur einer von vielen Punkten, die der Rechnungshof in der Cofag praktiziert, der Agentur, die in den ersten Tagen der Pandemie zur Verwaltung der Kronenhilfe gegründet wurde: Der anfangs tätige Generaldirektor Bernhard Perner zahlte die Regie doppelt . Vorstandsgehalt 2020: 175.000 Euro von der Cofag zusätzlich zu 280.000 Euro von der Staatsliquidation Abbag, Muttergesellschaft der Cofag, bei der Perner auch Generaldirektor war.
Auf Empfehlung des Rechnungshofs habe nun eine Prüfung begonnen, ob das Gehalt ausgezahlt werden soll, berichtet Ö1 an diesem Donnerstag. Perner selbst rechnet nicht damit, bleibt aber auf jeden Fall bei dem Ergebnis: „Auch wenn es rauskommt, eine Abwertung halte ich nicht für nötig“, sagt er.
Wolfgang Peschorn, der Präsident der Finanzprokuratur, sieht ein Problem bei der Prüfung: Cofag gehört Abbag, dem Chef von Perner. Perner ist auch der Vertreter des Eigentümers von Cofag in Abbag: „Und die Gehälter, die Perner als CEO von Cofag erhalten hat, müssen überprüft werden. Das wird schwierig“, sagt er auch gegenüber Ö1.
Neos hingegen kritisiert COFAG als „Black Box“: Neos habe insgesamt 17 parlamentarische Anfragen zu COFAG gestellt, dazu sieben Anträge. „Erstens ist es nicht ganz transparent, zweitens ist es alles andere als zielgenau, was die Vergabe von Corona-Hilfen betrifft, und drittens ist es nur ein weiterer Selbstbedienungsladen für die türkisfarbene Familie“, resümierte Neos Haushalts- und Finanzsprecherin Karin. Doppelbauer und forderte die sofortige Auflösung der COFAG.
Peschorn ist auch davon überzeugt, dass die Abwicklung der Hilfsmaßnahmen ohne Cofag gut funktioniert hätte: „Es gibt eine Landesverwaltung, die seit Jahrzehnten mit Subventionen zurechtkommt. Sie hätten das verkraften können“, sagt er
Im Gespräch weist Perner darauf hin, dass es sich bei dem Rohbericht des Rechnungshofs um ein Vordokument handelt. Cofags Aussagen finden sich nur im Abschlussbericht: „Was wir gemacht haben, hat funktioniert“, sagt er. Auch die hohen Beratungskosten (21 Millionen Euro) seien gerechtfertigt: „Wir haben auf qualifizierte Ressourcen im Bereich der Wirtschafts- und Steuerberatung zurückgegriffen“, sagt er. Sie haben „in Qualität investiert“. Hilfsgelder seien in Österreich schnell ausgezahlt worden, Betrugsfälle habe es so gut wie keine gegeben: „Was wir gemacht haben, hat funktioniert.“