Pockenfall in Wien bisher einzige Infektion in Österreich

von. – 25.05.2022 12:15 (25.05.2022 19:32)

Nur noch ein Fall von Affenpocken in Österreich © APA / GEORG HOCHMUTH

In Österreich bleibt der Patient aus Wien der einzige bestätigte Fall von Affenpocken in Österreich. Weitere Verdachtsfälle gebe es derzeit nicht, sagte Gesundheitsministeriumssprecher Johannes Rauch am Mittwoch.

Dadurch ist das Risiko einer Ansteckung mit Pocken derzeit sehr gering. Die österreichischen Behörden stehen jedoch in engem internationalen Kontakt, um einen möglichen Impfstoff gegen Affenpocken zu evaluieren.

Dem Affenpockenpatienten in Wien „geht es den Umständen entsprechend gut“

Der Zustand des Patienten, der sich in einer Wiener Klinik befindet, ist nach Angaben des Wiener Gesundheitsbundes nach wie vor „den Umständen entsprechend gut“. Auch sonst seien dem Gesundheitsverband keine weiteren Verdachtsfälle bekannt, sagte er auf Anfrage der APA.

Eine Diskussion über den Einsatz bestehender Pockenimpfstoffe, wie sie in Deutschland wachsen, erreicht das Gesundheitsministerium zu früh. Derzeit gibt es keinen spezifischen Impfstoff gegen Affenpocken, nur gegen Pocken. Inwieweit diese Impfstoffe eingesetzt werden können, wird derzeit international diskutiert, analysiert und bewertet.

Österreich ist auf Kontaktmanagement bei Affenpocken angewiesen

Österreichische Behörden setzen weiterhin auf Kontaktmanagement. Es gibt Kontakttypen I und Typ II, der durch die Intensität des Kontakts definiert wird. Typ I sind Hochrisikokontakte, „die direkten Kontakt mit Hautläsionen (alle Stadien, einschließlich Schorf) oder Schleimhäuten eines symptomatischen Falls von Affenpocken, seinen Körperflüssigkeiten oder potenziell infektiösem Material haben“, heißt es in den Empfehlungen.

Kontakte vom Typ II sind kurze soziale Kontakte, Arbeitskollegen, die sich kein Büro teilen, kurze Aufenthalte im Fitnessstudio, in der Sauna, im Badezimmer oder ähnlichem ohne sexuellen Kontakt und Personen mit angemessener persönlicher Schutzausrüstung. Dazu gehören FFP2-Masken oder höherwertige Masken, langärmlige Schutzmäntel, Schutzbrillen und Handschuhe.

Bei Typ-I-Kontakten empfehlen Experten des Gesundheitsamtes zunächst eine namentliche Registrierung durch das zuständige Gesundheitsamt mit der Erhebung von Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Arbeitsort, Beschäftigung und Lebensbedingungen, kurz Kontakttracking .

Affenpocken: Infizierte sind für die Dauer der Erkrankung ansteckend

Menschen, die mit Affenpocken infiziert sind, sind während der zwei bis vier Wochen der Krankheit selbst ansteckend. Es gibt eine prä-eruptive (oder prodromale) und eine eruptive Phase. Die erste entsteht durch plötzliches hohes Fieber (38,5 – 40,5 Grad Celsius), Kopf- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und sehr oft Lymphknotenschwellungen, besonders im Hals-Nacken-, sowie Leistenbereich, evtl. auch durch Husten, Unwohlsein und manchmal durch Durchfall gekennzeichnet.

Das Eruptionsstadium tritt nach ein bis drei Tagen ein, die Haut verändert ihre Form. Zuerst gibt es Hautausschläge in Mund und Rachen, Gesicht, Händen und Unterarmen, dann breiten sie sich bis zur Körpermitte aus. Anschließend durchläuft sie die für die Pocken typischen sogenannten Effloreszenzstadien, von begrenzten Veränderungen der Hautfarbe über Bläschen und Pusteln bis hin zur Rinde. Auch der Genitalbereich kann betroffen sein. Schließlich werden die Krusten heilen. Erst wenn diese vollständig verschwunden sind, ist der Patient nicht mehr ansteckend.

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