Präsidentschaftswahl in Kolumbien mit der ehemaligen Guerilla als Favoritin

28.05.2022 21:30 (28.05.2022 21:30)

Ehemalige Guerilla an der Spitze der Präsidentschaft © APA / AFP

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien könnte erstmals ein bekennender Linker gewinnen. Der frühere Guerillakämpfer und ehemalige Bürgermeister der Hauptstadt Bogota, Gustavo Petro, geht als Favorit in den ersten Wahlgang am Sonntag. Der derzeitige konservative Staatschef Iván Duque kann nicht mehr kandidieren, weil die Verfassung keine Wiederwahl vorsieht. Die ersten Ergebnisse werden am Montagabend erwartet.

Mehr als 39 Millionen Kolumbianer sind wahlberechtigt. Laut aktuellen Umfragen liegt Petro deutlich vor dem rechten Kandidaten Federico Gutiérrez und dem parteilosen Kandidaten Rodolfo Hernández. Allerdings sollte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten. In der zweiten Runde könnte Petro dem Geschäftsmann und ehemaligen Bürgermeister von Bucaramanga, Hernandez, besonders gefährlich werden.

Die Linke war bereits gestärkt aus den kolumbianischen Parlamentswahlen vom 13. März hervorgegangen, die auch als Humortest für die Präsidentschaftswahl angesehen wurden. Das südamerikanische Land ist traditionell konservativ. Die soziale Ungleichheit ist groß. Doch die linke Politik erlitt durch die jahrzehntelange Gewalt von Guerillagruppen im Bürgerkrieg einen Imageschaden.

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