“Putin hält es nicht aus”: Habeck sieht das Ende der russischen Wirtschaft bald

„Putin kann es nicht ertragen“ Habeck sieht das Ende der russischen Wirtschaft bald

02.06.2022, 14:09 Uhr

Der deutsche Wirtschaftsminister ist zuversichtlich, dass internationale Sanktionen Russland hart treffen werden. Daran änderten auch die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft nichts. Gegen Moskau laufe die Zeit, sagt Habeck.

Russland steht zunehmend unter wirtschaftlichem Druck. Nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist das Land wirtschaftlich bald am Ende. Präsident Wladimir Putin könne die Armee womöglich noch mit einheimischen Produkten wie Öl oder Weizen versorgen, sagte der Grünen-Politiker in der Haushaltsdebatte des Bundestags. Doch die Wirtschaft des Landes brach dramatisch ein. “Er kann nicht mehr lange halten.”

Putin kann sich wegen der Sanktionen nichts mehr von Öl- oder Gaseinnahmen kaufen. “Es gibt keine Sicherheitsupdates für das Flugzeug, mit der Folge, dass das Flugzeug bald begraben wird.” Auch der Handel mit neutralen oder sogar pro-russischen Ländern geht deutlich zurück. “Die Zeit arbeitet nicht für Russland, sie arbeitet gegen Russland.”

Es sei eine Schande, dass Deutschland weiterhin russische Energie kaufe, sagte der Wirtschaftsminister. Aber die deutsche Wirtschaft und die deutsche Bevölkerung haben immer noch einen erheblichen Anteil am Druck auf Russland. Sie bringen dies mit hohen Energiepreisen zur Sprache.

Das Moskauer Wirtschaftsministerium teilte am Mittwoch mit, dass die russische Wirtschaft im April um drei Prozent geschrumpft sei. Grund dafür sind westliche Sanktionen und eine schwache Verbrauchernachfrage. Im März hätte es ein Plus von 1,3 Prozent gegeben.

Das Ölembargo ist vorerst ausgesetzt

Die EU-Staaten haben sich Anfang dieser Woche auf neue Sanktionen gegen Russland geeinigt. Allerdings blockiert Ungarn bisher das sechste Sanktionspaket der Europäischen Union. Laut Diplomaten besteht Ungarn darauf, dass das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, von der Liste der sanktionierten Personen gestrichen wird. Kirill unterhält enge Beziehungen zu Putin und unterstützt den russischen Angriff auf die Ukraine.

Nach wochenlangem Widerstand des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban einigten sich die EU-Staats- und Regierungschefs grundsätzlich auf neue Strafmaßnahmen, darunter ein Embargo für russische Ölimporte. Ungarn, das von russischer Energieversorgung abhängig ist, konnte Öllieferungen aus Pipelines zunächst vom Importverbot ausnehmen.

Laut Russland wird das EU-Ölembargo die Märkte destabilisieren. „Brüssel und seine politischen Sponsoren in Washington tragen die volle Verantwortung für das Risiko einer Verschlechterung der globalen Ernährungs- und Energiesituation, die durch die rechtswidrigen Handlungen der Europäischen Union verursacht wird“, sagte das russische Außenministerium.

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