veröffentlicht am 2. Juni 2022, 20:36 Uhr
Ein Nachrichtenforscher meldete am Mittwoch zerbrochene Fensterscheiben im Bulgari-Geschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse. Allerdings ist es nicht das Werk von Chaos, sondern des Schweizer Künstlers Simon Berger.
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Die Vitrinen des italienischen Luxuskonzerns Bulgari wurden vom Schweizer Künstler Simon Berger gestaltet.
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Ein Nachrichtenforscher hielt die Dekoration zunächst für einen Akt von Vandalismus oder einen gescheiterten Raubversuch.
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„Es sah so aus, als ob jemand versuchte, in den Laden einzubrechen“, sagte der Nachrichtenforscher.
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Die Vitrinen von Bulgari Luxusschmuck an der Zürcher Bahnhofstrasse wirken am Mittwochmorgen zerschmettert. „Als ich auf dem Weg zur Arbeit an ihm vorbeiging, sah ich die zerbrochenen Scheiben. Es sah so aus, als würde jemand versuchen, in den Laden einzudringen“, sagte ein Nachrichtenforscher 20 Minuten lang.
Doch der Schein trügt. Laut einem Bulgari-Store-Mitarbeiter handelt es sich bei dem zerbrochenen Glas um eine Installation des Schweizer Künstlers Simon Berger (46). “Der Künstler wurde beauftragt, das Glas mit einem schlangenförmigen Hammer und Gesichtern zu zerbrechen.” Laut Aussage des Mitarbeiters kommt die Installation gut an. “Viele Leute bleiben stehen. Einige wirken jedoch etwas perplex.”
“Ich würde gerne Fenster im Louvre einschlagen”
Dass die Schaufenster mit den Porträts der Bulgari-Botschafter Christa Rigozzi und Kevin Lütolf neben Schlangen verwirrend sind, freut den Künstler selbst: „Es macht immer großen Spaß zu sehen, wie die Leute auf eine meiner Installationen reagieren“, sagt Berger. Dass nicht jeder direkt sieht, worum es geht, stört ihn überhaupt nicht. „Im Gegenteil, ich finde es immer toll, wenn meine Arbeit zu Diskussionen führt.“
Als er vor Jahren mit seiner Kunst begann, hielten viele Leute das für einen Akt des Vandalismus, sagt Berger. Inzwischen konnte er seine Werke auf der Paris Urban Art Fair oder auf der Art Miami ausstellen. „Seit meine Fotos 2019 zehntausendfach in den sozialen Medien geteilt wurden, bin ich international viel gereist. Aber im Herzen bin ich weiterhin Schweizer geblieben», sagt Berger. Deshalb habe er die Stelle an der Bahnhofstrasse in Zürich sehr gerne angenommen.
Ansonsten ist sie nach wie vor in der Schweiz verwurzelt. Bis Ende August ist eine Ausstellung im Vitromusée Romont (FR) zu sehen. Das Anwesen seiner Träume liege mittlerweile in Paris, sagt Berger: „Wo würde ich sonst gerne Fenster einschlagen? In der Glaspyramide im Innenhof des Louvre.“