Teheraner Taxidirektor Jafar Panahi im Iran festgenommen

Regisseur Jafar Panahi als Taxifahrer in einer Szene aus seinem Film Bild: dpa

Medienberichten zufolge wurde ein weiterer international renommierter Regisseur im Iran festgenommen. Jafar Panahi soll sich nach seiner Festnahme am Wochenende mit zwei Kameraden solidarisiert haben.

Medienberichten zufolge wurde mit Jafar Panahi ein weiterer kritischer Filmregisseur im Iran festgenommen. Der 62-Jährige sei festgenommen worden, berichtete das Nachrichtenportal „Etemad“ am Montag. Die genauen Umstände der Festnahme waren zunächst unklar und es gab keine offizielle Bestätigung. Der preisgekrönte Filmemacher hatte in der Vergangenheit mehrere Filme trotz Arbeits- und Ausreiseverbot im Iran gedreht. Sein Film „Taxi Teheran“ wurde auf der Berlinale 2015 mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Zwei prominente Regisseure, Berlinale-Gewinner Mohammed Rassulof und Mostafa Al-Ahmad, wurden am Wochenende im Iran festgenommen. Nach Angaben iranischer Justizbehörden sollen sie mit einem Gewaltappell die öffentliche Ordnung gefährdet und auch mit Regimegegnern zusammengearbeitet haben. Veranstalter der Berlinale hatten gegen die Festnahme protestiert.

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Hintergrund des Appells ist der Einsturz eines Einkaufszentrums in der Stadt Abadan im Südwesten des Iran im Mai, bei dem mehr als 40 Menschen ums Leben kamen. Die Proteste wurden von Polizei und Sicherheitskräften gewaltsam niedergeschlagen. Mehr als 70 Personen aus der iranischen Filmbranche haben mit dem Label „Senke deine Waffe“ ein Ende der Polizeigewalt gefordert. Es wird gesagt, dass die Initiatoren Rassulof und Al-Ahmad waren.

Panahi will nach seiner Festnahme am Wochenende mit Rassulof und Al-Ahmad im Internet seine Solidarität mit mehreren hundert Filmemachern zum Ausdruck gebracht haben.

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