Tödliche Schüsse auf Supermarkt Schwalmstadt: Polizei gibt neue Details bekannt

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Erstellt: 08.06.2022, 17:46

Von: Marie Klement, Alexander Gottschalk, Sylke Grede

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Ein Mann schießt auf einen Supermarkt im nordhessischen Schwalmstadt. Zwei Menschen sterben. Die Polizei begeht ein Beziehungsdelikt.

Update vom Mittwoch, 8. Juni, 16.25 Uhr: Einen Tag nach den tödlichen Schüssen auf einen Aldi-Markt im nordhessischen Schwalmstadt hat die Polizei neue Erkenntnisse veröffentlicht. Am Lebensmittelgeschäft Wierastraße im Stadtteil Treysa fanden alarmierte Polizisten am Dienstag (7. Juni) kurz nach 13 Uhr zwei Tote.

Aufgrund der umfangreichen Recherchearbeiten, auch zum Ort der Spuren im Aldi-Markt, wurden die Messungen vor Ort bis in die Abendstunden verlängert. Beide Leichen wurden am Mittwochmorgen im Institut für Rechtsmedizin in Gießen obduziert. Zudem wurde die Wohnung des mutmaßlichen Täters in Niedersachsen per Gerichtsbeschluss durchsucht.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der 58-jährige Mann die 53-jährige Frau aus Schwalmstadt zunächst vergünstigt und anschließend gleich selbst in den Kopf geschossen hat. Laut Polizei sind sowohl der Angreifer als auch das Opfer deutsche Staatsbürger.

Im Fall der tödlichen Schießereien in einem Supermarkt im nordhessischen Schwalmstadt geht die Polizei von einem Tatzusammenhang aus. © Pförtner Pflege / dpa

Schießerei in Schwalmstadt: Der Angreifer und das Opfer waren eine Zeit lang zusammen

Nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen unterhielten der Mann und die Frau von Ende 2021 bis Anfang 2022 eine Beziehung, die der 53-Jährige beendete. Am Vorabend des Tattages kam es zu einem Polizeieinsatz in der Wohnung der Frau in Schwalmstadt. Die Polizei in Kampfausrüstung stürmte am Freitag eine Kundgebung und entfernte Hunderte von Demonstranten mit Lastwagen. Danach verhielt er sich diskret und ruhig.

Die Beamten alarmierten daraufhin die Frau und teilten ihr mit, dass sie Anzeige erstatten könne. Laut Polizei wollte er es am nächsten Tag tun. Am Morgen des Tattages traf die 53-Jährige im Polizeirevier Schwalmstadt ein und erstattete Strafanzeige gegen ihren Ex-Freund wegen Körperverletzung, Nötigung und Belästigung.

Die Vernehmung ergab laut Polizei keine Hinweise auf eine konkrete Bedrohung der Frau. Je nach aktuellem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass das Tatmotiv eine Trennung ist. Der Mann und die Frau hätten sich bislang “nicht bei der Polizei gemeldet”.

Schießereien in Schwalmstadt: Der Polizeipräsident spricht nach den Ereignissen

Polizeipräsident Konrad Stelzenbach kommentierte das dramatische Ereignis: „Dieses tragische Ereignis trifft uns alle zutiefst.

Die Kriminalpolizei fordert weitere Zeugen unter der Rufnummer 05681 / 774-0 auf.

Dreharbeiten in Schwalmstadt: Das geschah am Mittwoch

Erstmeldung am Dienstag, 7. Juni, 19.28 Uhr: Auf einen Discounter in Schwalmstadt (Kreis Schwalm-Eder) ist am Dienstag (7. Juni) gegen 13 Uhr geschossen worden. Zwei Menschen seien getötet worden, teilte die Polizei kurz darauf mit. Die Beamten waren mit einem starken Aufgebot vor Ort. Es bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung, sagte er.

Kurz nach der Tat fand die alarmierte Polizei im Discounter Wierastraße im Stadtteil Treysa zwei Tote. Laut Polizei laufen die Ermittlungen nun auf Hochtouren. Der Tatort ist abgesperrt.

Der Tatort in Treysa wurde großflächig abgesperrt. © Anne Quehl

Schüsse in Schwalmstadt: Ein Mann erschießt eine Frau und dann sich selbst

Nach ersten Ermittlungen zu der Tat gibt es laut Polizei derzeit keine Hinweise auf eine Beteiligung Dritter. Nach übereinstimmenden Zeugenaussagen hat ein Mann auf dem Markt eine Frau erschossen und sich sofort das Leben genommen. Bisher konnte niemand die perfekte Lösung einsenden, was nicht verwunderlich ist.

Nach derzeitigem Kenntnisstand der Polizei wurde außer der verstorbenen 53-jährigen Frau und dem 58-jährigen Mann niemand verletzt.

Schießereien in Schwalmstadt: Ein Zeuge hat den Vorfall gemeldet

Nach Angaben eines Zeugen, der die Szene beobachtete, jagte der Angreifer die Frau zunächst in die Aldi-Filiale in der Wierastraße. Sie bat daraufhin um Hilfe, wurde aber später von ihrem Verfolger erschossen. Dann richtete der Mann seine Waffe auf sich selbst.

Nach der Bluttat wollte eine 36-jährige Frau aus Schwalmstadt gerade den Discounter betreten, als sie feststellte, dass es so aussah, als hätte sich drinnen gerade eine Tragödie ereignet. Er habe auch mindestens einen Schuss gehört, sagte der Zeuge.

Die 36-Jährige behauptet weiter, eine Mitarbeiterin habe sich dem Eingangsbereich genähert und offensichtlich in Schock- oder Panikzuständen geschrien, sie dürfe den Laden nicht betreten, da sei ein Toter drin. Auf Nachfrage bestätigte sie, dass sie von der Polizei alarmiert worden sei und dass Retter ausrücken würden, sagte die Frau. Er versuchte, sich um den Mann zu kümmern, bis die ersten Rettungsschwimmer eintrafen, die sich auch um den Angestellten kümmerten.

Zahlreiche Polizisten waren in Treysa im Einsatz. © Anne Quehl

Schießereien in Schwalmstadt: Opfer rufen laut um Hilfe

Er beschrieb, dass das Opfer später auf ihn zulief und um Hilfe bat, und einen Moment später den Mann auch mit seiner Waffe konfrontierte. Die Frau von Schwalmstadt sagte uns auch, dass die Mitarbeiter die Tat und ihr Ausmaß erst Minuten später verstehen konnten. Eine langjährige Mitarbeiterin sagte, sie habe das Geräusch eines Schusses zunächst mit einem zerberstenden Glas verwechselt.

Nach und nach kamen Menschen aus dem Laden, zuerst eine Frau mit Kinderwagen. Wie viele Personen sich zum Tatzeitpunkt in dem Laden aufhielten, konnte der 36-Jährige nicht abschätzen, mindestens 15 Personen waren Berichten zufolge aus dem Markt.

Shootings in Schwalmstadt: Mitarbeiter und Kunden werden versorgt

Inzwischen ist die Lage im Discount-Parkhaus beruhigt. Vor dem Gebäude parkten sieben Streifenwagen, zivile Polizeifahrzeuge, ein Krankenwagen und zwei Krankenwagen. Mitarbeiter und Kunden wurden in einem an den Markt angrenzenden Café bedient.

Krankenwagen und Einsatzfahrzeuge verließen das Gebiet am frühen Nachmittag, während noch zahlreiche Polizisten und Fahrzeuge zu sehen waren, sowie Arbeiter in Schutzkleidung und Notfallseelsorger. Eine überschaubare Zahl von Zuschauern, meist junge Leute, verweilte länger am Eingang.

Ein Blick auf den Markt zeigt eine Szenerie, die erstarrt wirkt. Wenn Kunden und Mitarbeiter aus dem Laden stürmen, stehen halbvolle Einkaufswagen in den Gängen und Lebensmittel in den Kartonbändern.

Nordhessen: Schüsse auf das Lebensmittelgeschäft Treysa

Siehe Fotogalerie

Schießereien in Schwalmstadt: Die Ermittlungen am Tatort beginnen

Die Hintergründe und der genaue Tathergang sind laut Polizei noch nicht bekannt. Bei einer spontanen Pressekonferenz auf dem abgesperrten Parkplatz kurz vor 15 Uhr gab Polizei-Pressesprecher Markus Brettschneider den wartenden Reportern die wenigen belastbaren Details. Zu den Umständen machte er keine Angaben, er verwies auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Auch Fragen zum Stand der Beziehung zwischen Aggressor und Opfer und deren Herkunft blieben unbeantwortet.

Nach Angaben der Polizei vor Ort wurden am Nachmittag weitere Beamte erwartet, darunter auch Kriminaltechniker. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Marburg.

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