Warten auf Essen: 31 Tote bei einer Massenpanik in Nigeria

Bei einer Massenpanik in Nigeria sind 31 Menschen ums Leben gekommen, die auf Essen warteten

28. Mai 2022 um 21:32 Uhr

Am Tag zuvor sollen die ersten Menschen zur Verteilung von Lebensmittelspenden am vorgesehenen Ort in der nigerianischen Stadt Port Harcourt eingetroffen sein. Als das Problem beginnt, bricht Panik aus. Am Ende starben Dutzende Menschen.

Bei einem Kampf um die Verteilung von Nahrungsmitteln im Süden Nigerias sind mehr als 30 Menschen getötet worden. Der Unfall ereignete sich während der Rettungsaktion einer Kirchengemeinde auf einem Sportplatz in der Stadt Port Harcourt, teilte die Polizei mit. Die Menge wurde „unkontrollierbar“ und 31 Menschen starben an den Folgen. Die Polizei hat eine strafrechtliche Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Am Morgen wurden Lebensmittel und andere Hilfsgüter auf einem Feld des Poloclubs in Port Harcourt an die Bedürftigsten verteilt. Die Hilfsaktion einer örtlichen Kirche in der südnigerianischen Stadt zog laut Polizei große Menschenmengen an. „Leider wurde die Menge ausgelassen und unkontrollierbar und alle Bemühungen der Organisatoren, sie zum Erfolg zu führen, schlugen fehl.“

Nigeria in Westafrika ist unter anderem auf Getreideimporte aus Russland und der Ukraine angewiesen, um seine Bevölkerung zu ernähren. Die weltweite Getreideversorgung ist derzeit gefährdet, da die russische Marine ukrainische Häfen für den Export blockiert und der Westen Sanktionen gegen Moskau verhängt hat.

Angesichts der Kriegsfolgen warnen humanitäre Organisationen vor einer weiteren Verschlechterung der Versorgungslage, insbesondere in Afrika. Laut einem aktuellen Bericht der Weltbank leben vier von zehn Menschen in Nigeria bereits unterhalb der nationalen Armutsgrenze.

In Afrikas bevölkerungsreichstem Land ist es in den vergangenen Jahren bei der Verteilung von Lebensmitteln zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen. Im nördlichen Bundesstaat Borno wurden 2021 sieben Frauen in einer Menschenmenge zu Tode getrampelt.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *