von. – 30.05.2022 11:30 (30.05.2022 11:37)
Nevrivy brachte “Heisl”-Sager auf den Parteitag der SPÖ Wien. © APA / HERBERT PFARRHOFER (Symbolbild)
“Scientists for Future Austria” nervt. Das hat mit der SPÖ in Wien zu tun, genauer gesagt mit den Äußerungen auf dem Parteitag.
Donaustadt-Bezirksdirektor Ernst Nevrivy hatte dort die umstrittenen Straßenprojekte – Stadtstraße und Lobautunnel – verteidigt und Kritiker “Heisln” genannt. „Die Haltung und das Vorgehen der SPÖ-Wien gegenüber Verkehrsexperten machen uns sprachlos“, heißt es in einer Mitteilung.
Offener Brief vor dem Parteitag der Wiener SPÖ – Scientists for Future: „Der Text ist keinesfalls ein Angriff“
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Vorfeld des Parteitags zudem einen offenen Brief verfasst, in dem sie ein Überdenken von Projekten und eine Veränderung der Mobilität empfehlen. „Dieser Text ist höflich, konstruktiv und differenziert formuliert und stellt in keiner Weise einen Angriff auf die SPÖ dar“, so die Scientists for Future gegenüber der APA. Nevrivy hingegen bestritt die Expertise der Unterzeichner und Absolventen der Polytechnischen Universität im Allgemeinen.
„Es ist erst ein halbes Jahr her, dass Ulrich Leth und Barbara Laa mit Millionenklagen gedroht wurden“, hieß es. „Angesichts der Klima- und Biodiversitätskrise, die uns erwartet, war es heute wahrscheinlich noch nie so wichtig, dass seriöse Wissenschaftler auf ihrem Gebiet gehört und ernst genommen werden“, sagte er. Es ist nicht die Aufgabe der Wissenschaft, der Politik zu sagen, was sie zu tun hat, aber es ist die Aufgabe der Politik, die Wissenschaft ernst zu nehmen und zuzuhören.
Parteitag der SPÖ in Wien: Straßenbauprojekte sorgen für Diskussionen
Wie erwartet haben Straßenbauprojekte am Samstag im Parteitag der Roten für Diskussionen gesorgt. Der Kreisverband Alsergrund und der Nachwuchs sprachen sich sogar per App für „Zukunft statt Tunnelblick“ aus. „Nicht nachhaltige, nicht soziale“ Projekte sollten nicht durchgeführt werden, hieß es. Der Antrag wurde schließlich abgelehnt, aber es gab eine lange Debatte.
Gegner des roten Entwurfs argumentierten, dass andere Bundesländer Straßen bauen würden, aber Wien muss dem nicht unbedingt zustimmen. Es wurde auch festgestellt, dass das Unternehmen während der Corona-Pandemie seinen eigenen Weg gegangen war. Mit einer Plakataktion von Jugend- und Studierendenvertretungen („Kein Beton am Wiener Weg“) wurde ein Verzicht auf das Projekt gefordert.
Der Bezirksvorsteher von Nevrivy sagt mit “Heisl”.
Donaustadt-Bezirkshauptmann Ernst Nevrivy sagte hingegen, es gehe darum, ob die Wiener Partei hinter der Stadtregierung und dem Bürgermeister stehe, die „von den Grünen und allen anderen Schergen da draußen“ beschimpft und beschuldigt worden seien Monate. In den sozialen Medien wurde Nevrivy daraufhin unter anderem von Vertretern der Grünen scharf kritisiert. Aber auch die meist jüngeren Roten machten auf dem Parteitag ihrem Ärger Luft.