EGGELSBERG. ABB, ein Schweizer Energie- und Automatisierungstechnikkonzern, hat am Hauptsitz von B&R in Eggelsberg einen neuen globalen Campus für Innovation und Bildung eröffnet. Der neue Campus wird ABBs Forschungszentrum für Maschinen- und Fabrikautomation, KI (künstliche Intelligenz) und Softwarelösungen sein. Insgesamt wurden 100 Millionen Euro in den Ausbau investiert.
B&R ist ABBs globaler Hub für die Automatisierung von Maschinen und Fabriken. Der neue Campus wird bis zu 1.000 zusätzliche Hightech-Arbeitsplätze schaffen und neben hochmodernen internationalen Forschungslabors auch weltweite Schulungseinrichtungen für bis zu 4.000 Personen pro Jahr umfassen. Dazu arbeitet B&R mit mehreren Universitäten zusammen.
100 Millionen Euro Investition
Bundeskanzler Karl Nehammer sprach von einer wichtigen Initiative und dankte ABB: „Investitionen in unseren Wirtschaftsstandort sind immer auch Investitionen in die Zukunft Österreichs. Die Pandemie der Krone, die Ausfälle in den globalen Lieferketten und nun auch der Krieg in der Ukraine machen es möglich.“ Uns ist klar, dass wir unabhängiger werden müssen, um für künftige Herausforderungen besser gerüstet zu sein, deshalb freue ich mich, dass ABB mit dem neuen Campus einen wichtigen Schritt macht, um die industrielle Produktion nach Hause zu holen. Der neue Campus fördert nicht nur Digitalisierung und Automatisierung, sondern auch schafft Arbeitsplätze und trägt zum Wohlstand in Österreich bei.“ ABB hat insgesamt 100 Millionen Euro in den Ausbau der B&R-Zentrale investiert.
Über 110 Jahre österreichische Industriegeschichte
ABB ist seit mehr als 110 Jahren in Österreich aktiv, angefangen bei der Elektrifizierung von Bahnen und dem Betrieb von Skiliften bis hin zu Robotik und Prozessautomatisierung. Mit der Übernahme von B&R im Jahr 2017 wurde ABB auch zum größten Anbieter von Industrieautomation in Österreich. B&R wurde 1979 von Erwin Bernecker und Josef Rainer gegründet und hat seinen Hauptsitz in Eggelsberg. Heute ist B&R einer der weltweit führenden Lösungsanbieter in der Maschinen- und Fabrikautomation und in der Division Robotik und Fabrikautomation von ABB für die Maschinenautomation verantwortlich. Insgesamt beschäftigt ABB im Geschäftsbereich mehr als 11.000 Mitarbeiter an mehr als 100 Standorten in 53 Ländern.
Internationales Innovationszentrum in Mitteleuropa
Der neue Campus wird Innovationen rund um künstliche Intelligenz, die Automatisierung von Maschinen und Fabriken entwickeln, die eine wesentliche Rolle dabei spielen werden, neue Möglichkeiten in der industriellen Produktion der Zukunft zu eröffnen – in Branchen wie Elektronik, Elektromobilität, Lebensmittel und Getränke , Recycling, Logistik oder Landwirtschaft. Innovationen zielen darauf ab, Produktivität und Flexibilität zu steigern. Dadurch können Unternehmen noch nachhaltiger agieren und näher an ihren Endmärkten produzieren. Der neue Campus erweitert die Gesamtfläche der B&R-Zentrale auf über 100.000 Quadratmeter und macht den Firmensitz mit rund 2.400 Mitarbeitern zu einem der größten integrierten Produktions-, Forschungs- und Ausbildungszentren in Mitteleuropa. „Innovation ist seit über 130 Jahren fest in der DNA von ABB verankert. Unser Geschäftsbereich B&R ist ein echter Innovationspunkt für den Wandel hin zu einer stärker automatisierten Produktion. Die offizielle Eröffnung dieses Campus ist ein wichtiger Moment für ABB. So schaffen wir hochqualifizierte Arbeitsplätze und gestalten gemeinsam mit unseren Kunden die Maschinen und Fabriken der Zukunft“, sagt Björn Rosengren, CEO von ABB.
Co-Entwicklungs- und Bildungsplattform
Der Innovations- und Bildungscampus von ABB ist ein offenes Innovationszentrum, in dem B&R eng mit internationalen Kunden, Unternehmen und Start-ups aus der gesamten Region sowie mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten wird, um gemeinsam IT-Lösungen für die Automatisierung zu entwickeln und Arbeiter als Fabriken auszubilden . des zukünftigen Bedarfs. „Wir verzeichnen derzeit eine Rekordzahl an offenen Stellen in Österreich. Gleichzeitig gibt es heute mehr Menschen in abhängiger Beschäftigung als je zuvor. Umso wichtiger ist es, dem erheblichen Qualifikationsdefizit in Europa entgegenzuwirken, um mit der digitalen Transformation Schritt zu halten und davon zu profitieren. Der neue B&R Campus mit seinem dualen Ausbildungsprogramm ist ein wichtiges Beispiel dafür, wie europäische produzierende Unternehmen mit Qualifikation und Innovation an die Weltspitze gelangen können, um aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen erfolgreich zu meistern“, sagte der österreichische Arbeitsminister Martin Kocher. Auch B&R-CEO Jörg Theis betont: „Bildung wird auf unserem Campus groß geschrieben. Unsere Automation Academy wird jährlich bis zu 4.000 Menschen Inspiration und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten, darunter B&R-Studenten, -Azubis, -Spezialisten und -Mitarbeiter sowie deren Kunden rund um die.“ Welt. ” Darüber hinaus plant B&R laut Theis, mit mehreren Universitäten zusammenzuarbeiten, um eine duale Hochschulausbildung auf dem Campus zu etablieren.
Nachhaltiger Campus mit einer der größten Photovoltaikanlagen Österreichs
Laut einer aktuellen ABB-Umfrage planen acht von zehn Unternehmen in Europa und den USA, den Automatisierungsgrad ihrer Produktion zu erhöhen. Sieben von zehn Unternehmen wollen die Produktion in die Nähe des Heimatmarktes oder in den Heimatmarkt selbst verlagern. Von den befragten österreichischen Unternehmen beabsichtigen mehr als 90 Prozent Automatisierungsschritte zu gehen und mehr als 70 Prozent verlagern oder suchen ihre Produktion. Das potenzielle Marktvolumen für die Automatisierung von Maschinen und Fabriken weltweit wird derzeit auf 20 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt und soll bis 2030 auf 31 Milliarden US-Dollar jährlich steigen. Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie ABB 2030 will das Unternehmen durchgängig klimaneutral sein das Unternehmen bis zum Ende dieses Jahrzehnts. ABB hat bei B&R eine der größten Eigenverbrauchs-Photovoltaikanlagen Österreichs installiert.