1173 Milliarden: Der Schuldenberg der Schweizer Vermieter wächst

Die Krise der Krone hatte keinen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Schweizer Hypothekenmarktes. Der Schuldenberg steigt stetig.

Laut einer am Donnerstag von Moneypark veröffentlichten Studie wuchs das Volumen des Schweizer Hypothekenmarktes im Jahr 2021 um 3,4 Prozent auf 1,138 Milliarden Franken. Das Wachstum des lokalen Hypothekenmarktes ist hauptsächlich auf steigende Immobilienpreise zurückzuführen.

Banken dominierten den Markt

Die Wohneigentumsquote hingegen stagniere seit Jahren auf einem Tiefststand von etwa 40 Prozent, heißt es in der Studie weiter. Für das laufende Jahr rechnet der Baufinanzierungsdienstleister mit einem Wachstum von drei bis vier Prozent, ähnlich wie 2021. Experten prognostizieren, dass der jüngste Zinsanstieg und das hohe Preisniveau sie nicht schmälern werden.

Banken bleiben mit Abstand die größten Kreditgeber. Kantonalbanken führen den Hypothekarmarkt mit einem Volumen von über 401 Milliarden Franken an, gefolgt von Grossbanken mit knapp 296 Milliarden Franken. An dritter Stelle steht die Raiffeisen Gruppe mit 190 Milliarden.

Kantonalbanken wachsen stark

Während das Hypothekarvolumen der Kantonalbanken im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent zulegte, schnitten Regionalbanken und Sparkassen (+ 3,1 %), Raiffeisenbanken (+ 2,7 %), Versicherungen (+ 2,5 %) und Grossbanken (+ 2 %) schlechter ab der Markt.

Der Marktanteil der Versicherungen ist mit 39,5 Milliarden Franken und der der Pensionskassen mit 24 Milliarden Franken noch verschwindend gering, obwohl insbesondere die Pensionskassen jedes Jahr zweistellig wachsen. Pensionskassen erreichten im vergangenen Jahr einen Marktanteil von zwei Prozent.

Intermediäre bleiben Nischenakteure

Ein wachsendes Feld in der Baufinanzierung sind Vermittler wie Moneypark. Nachdem sie bis 2012 in der Schweiz praktisch nicht existierten, konnten sie 2021 Hypotheken im Volumen von sieben und acht Milliarden Franken aushandeln.

Bei einem jährlichen Marktvolumen von rund 180 Milliarden Schweizer Franken liegt der Anteil der Intermediäre bei über vier Prozent. 2022 dürften sie wie in den Vorjahren um drei bis vier Prozent wachsen.

Insbesondere alternative Investoren wie Pensionskassen dürften Marktvolumen gewinnen, da sie nach attraktiven Anlagemöglichkeiten suchen.

Im internationalen Vergleich sehr verschuldet

Der Schweizer Hypothekenmarkt ist einer der grössten der Welt. Zum Vergleich: Deutschlands ausstehende Hypothekendarlehen betragen nominal 1,25 Milliarden Euro in ähnlichen Gebieten wie die Schweiz, aber Deutschland ist mit 83 Millionen Einwohnern etwa zehnmal so groß wie die Schweiz und hat eine deutlich höhere Wohneigentumsquote von über 50 Prozent . (SDA / dvo)

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