Politik
Am Sonntag haben Männer in Niederösterreich erst am Jahresende gleich viel Rente bekommen wie Frauen. Aus diesem Grund fordert die Arbeiterkammer unter anderem, die Aufmerksamkeit für Kinder auszuweiten. Der Sozialberater Teschl-Hofmeister (ÖVP) berät bei der Teilung der Renten.
31.07.2022 06.49
Online seit heute, 6.49 Uhr
Die hohe unbezahlte Sorgearbeit von Frauen wirkt sich nach wie vor stark auf die Renten aus: Die durchschnittliche Bruttorente beträgt 2.188 Euro für Männer und 1.275 Euro für Frauen. Letztes Jahr war der Tag der gleichen Renten bereits am 29. Juli, heute ist der 31. Juli.
Gehälter und Löhne seien in frauendominierten Branchen deutlich niedriger, kritisiert Birgit Schön, Leiterin der Abteilung Frauenpolitik der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ). Laut Arbeiterkammer erhalten Frauen in Niederösterreich 42 Prozent weniger Renten als Männer, in ganz Österreich sind es 41 Prozent. Ein Rentner erhält „im Durchschnitt rund 13.000 Euro weniger Rente pro Jahr als ein durchschnittlicher Rentner in Niederösterreich“, sagt Schön.
Laut AKNÖ übernehmen Frauen zwei Drittel der unbezahlten Familienarbeit, wie Kinderbetreuung, Hausarbeit und Krankenpflege. Der Vorsitzende der Arbeiterkammer Niederösterreich, Markus Wieser, fordert einen bundesweiten Ausbau der Ganztagsbetreuung, eine bessere Anrechnung von Kindererziehungszeiten und ein Modell zur besseren Verteilung der Betreuungsarbeit zwischen den Eltern.
Die Rentenabteilung wird selten verwendet
Sozialministerin Christiane Teschl-Hofmeister warnt vor drohender Altersarmut. „Hauptgrund für niedrigere Rentenzahlungen sind niedrigere Bezüge und die ungleiche Verteilung von Haus- und Betreuungsarbeit, weshalb Frauen oft nur eingeschränkt oder gar nicht am Arbeitsmarkt teilnehmen können“, sagt Teschl-Hofmeister. .
Rentenabteilung
Zwischen 2005 und 2019 wurde Rentensplitting nur in 1.876 Fällen genutzt.
Eine Möglichkeit, diese Diskrepanz zu verringern, sei die Teilung der Renten, rät Staatsrätin Teschl-Hofmeister. Das bedeutet, dass der betreuende Elternteil in den ersten vier Jahren 50 Prozent des Teilguthabens des Partners auf das Versorgungskonto übertragen bekommt. Sie kann auch bis zu sieben Jahre rückwirkend beim Rentenversicherungsträger beantragt werden.