Umwelt und Klima
Um einen geeigneten Rahmen für die Errichtung von Photovoltaik-Großanlagen zu schaffen, wurden in Niederösterreich mittlerweile 138 Gebiete definiert, in denen Großanlagen auf Freiflächen errichtet werden können. Die Überprüfung soll in diesem Sommer erfolgen.
22.07.2022 14.30
Online seit gestern, 14:30 Uhr
Die Gesamtfläche der geplanten Flächen beträgt 1.288 Hektar, was einer Fläche von etwa 1.800 Fußballfeldern entspricht. Zum Vergleich: Alle bestehenden Anlagen sind derzeit um die 500 Hektar groß. Es ist für die weniger wertvollen Landflächen geplant. Ackerland oder Naturschutzgebiete kommen nicht in Frage.
Im Rahmen einer möglichen Ernährungskrise müsse guter Boden geschützt werden, sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP). Zonen beziehen sich bei großen Anlagen auf Deponien oder Straßenflächen, also bereits genutzte Flächen. Im Allgemeinen ist das Ziel nicht, neue Gebiete zu bauen. Daher sind Dächer die erste Wahl für Photovoltaikanlagen.
Gemeinden können Zonen ablehnen
Wenn eine Gemeinde die geplante Bebauung einer Großanlage (zwei bis fünf Hektar, bei ökologischem Konzept sogar zehn Hektar) nicht will, wird sie auch nicht kommen. Eine Photovoltaik-Großanlage verändert das Landschaftsbild, sagt Johannes Pressl (ÖVP), Obmann des Niederösterreichischen Gemeindebundes. Es sei wichtig, mit der Bevölkerung darüber zu diskutieren und dann einen demokratischen Entscheidungsprozess im Rat voranzutreiben, sagte Pressl.
NLK Filzwieser Johannes Pressl, Stephan Pernkopf und Herbert Greisberger stellten den Zonenplan vor
Generell nimmt der Anteil der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen zu. Derzeit gibt es im Land rund 60.000 Photovoltaikanlagen, die Strom für rund 190.000 Haushalte erzeugen. Es gebe bereits Zeiten, in denen bis zu 25 Prozent der gesamten Energieversorgung Niederösterreichs mit Photovoltaik erzeugt würden, betonte Herbert Greisberger, Geschäftsführer der NÖ Energie- und Umweltagentur. 2030 muss die Solarstromproduktion von derzeit 660 auf 2.000 Gigawattstunden gesteigert werden.
Wunsch nach einfacheren Aktionen
Angesichts des rasanten Ausbaus erneuerbarer Energien fordert Landeshauptmann Pernkopf zudem eine einfachere Förderung durch den Bund. „Wer eine fertige Photovoltaikanlage von einem Fachbetrieb installiert hat, sollte die Rechnung zum Finanzamt bringen und so seine Förderung erhalten“, sagt Pernkopf.
Flächenvorschläge für PV-Großanlagen werden nun an die Kommunen verschickt und sollen dann innerhalb von acht Wochen zur Bewertung vorliegen.