1,4 Billionen Dollar weniger: Börsenerschütterungen machen auch Superreiche ärmer

1,4 Billionen Dollar weniger Börsenerschütterungen machen selbst die Superreichen ärmer

Von Jan Gaenger, 14.06.2022, 11:49 Uhr

Selbst die Reichsten spüren die Auswirkungen fallender Aktienkurse. Allein am Montag verloren sie mehr als 200 Milliarden Dollar. An der Spitze: Elon Musk und Jeff Bezos.

Der Rückgang der Aktienmärkte und Kryptowährungen reduziert auch das Vermögen der 500 reichsten Menschen auf dem Planeten drastisch. In diesem Jahr ist er bisher um insgesamt 1,4 Billionen Dollar geschrumpft; Allein am Montag verflüchtigten sich 206 Milliarden Dollar in der Luft. Das ist das Ergebnis des von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg ermittelten „Multimillionen-Dollar-Index“.

Ganz oben auf der Liste der Verlierer steht Changpeng Zhao, Gründer und CEO von Binance. Aktuell schätzt “Bloomberg” sein Vermögen auf 10,2 Milliarden Dollar, rund 86 Milliarden Dollar weniger als noch zu Jahresbeginn. Tesla-Chef Elon Musk verlor rund 73 Milliarden Dollar. Kleiner Trost: Mit 197 Milliarden Dollar ist er immer noch mit Abstand der reichste Mensch der Welt. Platz drei geht an Amazon-Gründer Jeff Bezos, dessen Vermögen um 65 Milliarden Dollar auf 127 Milliarden Dollar schrumpfte. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hat mehr als die Hälfte seines Vermögens verloren, das Bloomberg derzeit auf etwa 61 Milliarden US-Dollar schätzt.

Diese Verluste stehen in krassem Gegensatz zu den immensen Gewinnen des vergangenen Jahres, als nicht nur die Superreichen vom Aktienboom profitierten. Nach Berechnungen des Beratungsunternehmens Capgemini stieg das Vermögen der Reichen im Jahr 2020 um insgesamt 8 Prozent auf eine Rekordsumme von 86 Billionen US-Dollar. Capgemini zählt zu dieser Gruppe Personen mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 1 Million US-Dollar.

Viele Reiche in Deutschland

Die Studie zeigt nicht nur, wie die Reichen als Reaktion auf die Corona-Pandemie von einer schwachen Geldpolitik profitierten, die beispielsweise zu steigenden Aktien- und Immobilienpreisen führte. Es zeigt auch, wie Reichtum auf der ganzen Welt verteilt ist.

Schätzungen zufolge ist der Millionärsclub weltweit im vergangenen Jahr kräftig um 7,8 Prozent auf 22,5 Millionen Mitglieder gewachsen. In Deutschland kamen knapp 100.000 Menschen oder 6,4 Prozent hinzu. Insgesamt gibt es hierzulande 1,63 Millionen Mitglieder. Damit liegt Deutschland hinter den USA und Japan auf dem dritten Platz. Dann kommt China. In diesen vier Ländern leben laut Capgemini fast zwei Drittel der Reichen der Welt.

Kürzlich veröffentlichte Studien zu diesem Thema kommen zu einem ähnlichen Ergebnis, obwohl die Zahlen aufgrund methodischer Unterschiede nicht identisch sind. Im jährlichen „World Wealth Report“ betrachtet Capgemini zum Beispiel Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien, solange sie nicht vom Unternehmen selbst genutzt werden.

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