14 Kinderkrankenkassen sind unbesetzt

Die Gesundheit

Seit rund einem Monat arbeiten zwei Kinderärzte im Sonnwendviertel in Favoriten. Sie betreuen täglich bis zu 200 Kinder. Der Bedarf an Kinderärzten ist groß. Doch trotz Bevölkerungszuwachs gibt es in Wien 14 offene Stellen.

07.06.2022 00.05

Online ab heute, 0.05 Uhr

Einer der Gründe, die Wien zu einer der lebenswertesten Städte der Welt machen, sei „das exzellente Gesundheitssystem an sich“, sagte Stefan Ferenci, der neue Präsident der Curia of Busy Doctors und Vizepräsident der Ärztekammer Wien. Doch das System habe in den vergangenen Jahren begonnen zu kollabieren, „in vielen Bereichen gibt es nur noch Versorgungsengpässe“.

Bei Patienten und in diesem Fall insbesondere bei Eltern ist die medizinische Versorgung von Kindern längst wahrgenommen. Trotz des Bevölkerungswachstums gibt es immer weniger Krankenkassen für Kinderärzte. Und jedes Jahr werden es weniger. Derzeit stehen 15 der 90 Kassen leer, 13 mehr als vor zehn Jahren.

Es gibt vereinzelt helle Flecken

Immerhin ist geplant, bis Juli eine Kassenpraxis im Distrikt 15 zu füllen, dann werden nur noch 14 Kassen frei bleiben. Seit einem Monat ist eine neue Kasse in Favoriten geöffnet. Im neuen Sonnwendviertel, am sogenannten Cape10, in der Nähe des Hauptbahnhofs, wurde Anfang Mai die neue Kinderkasse eröffnet.

Laut Dr. Sevinc Yildirim, der die neue Sprechstunde mit einem zweiten Kinderarzt leitet, ist der Andrang groß. Zwischen 150 und 200 Kinder sollen täglich betreut werden. Die Österreichische Krankenkasse (ÖGK) ist zuversichtlich, im Herbst die erste Grundversorgungsstation für Kinder eröffnen zu können. Die Verhandlungen mit der Medizinischen Hochschule laufen seit einiger Zeit.

Die Ärztekammer fordert Reformen

Es brauche schnelle Initiativen, um die Defizite des Wiener Gesundheitssystems zu beheben, betonte Ferenci: „Zunächst der Zeitfaktor: mehr Zeit für Schulungen, mehr Zeit für Patienten und mehr Zeit für die Regeneration des Gesundheitspersonals Dazu gehört ein effektiver Bürokratieabbau im Krankenhausalltag, um Ärzte von der Praxisarbeit zu entlasten, und es bedarf auch dringend einer Reform der ärztlichen Ausbildung in Krankenhäusern mit wirtschaftlichen Ressourcen, dies geschieht „nebeneinander“.

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