Dienstag 9:37 Uhr Hardware Das iPhone war nicht das erste Smartphone, die Touch-Bedienung war auch von anderen Geräten bekannt, und die Specs bisheriger Top-Handys sahen auf dem Papier beeindruckender aus. Es besteht jedoch kein Zweifel, dass Apple das bisher beste Gesamtpaket vorgestellt hat, das die Branche in kürzester Zeit komplett umgekrempelt und viele Konzepte erstmals einfach nutzbar gemacht hat. Ein ehemaliger iPhone-Ingenieur namens Ken Kocienda („Erfinder der iPhone-Autokorrektur“) erinnert sich an viele Herausforderungen und erklärt, warum einige Verpflichtungen eingegangen werden mussten. Vor vier Jahren veröffentlichte er außerdem ein Buch, das eine Fülle von Hintergrundinformationen zur Produktentwicklung bei Apple lieferte: Creative Selection: Within Apple’s Design Process While Steve Jobs’ Golden Age.
Ein neuer Touch-Ansatz Das iPhone basierte bekanntlich schon immer auf einer reinen Software-Tastatur. Was damals von manchen belächelt wurde, schließlich hatten “echte Geschäftstelefone” immer auch richtige Tastaturen, funktionierte viel besser als erwartet. Laut Kocienda hatte Apple einige der Probleme der oben genannten taktilen Konzepte gelöst und konnte einen Bleistiftstift überflüssig machen, da die Bedienung der Finger tatsächlich ungenau war. Das bedeutet nicht nur Multitouch, sondern vor allem die erforderliche Genauigkeit. Beispielsweise wurde eine „Berührungshistorie“ verwendet, um nicht nur aktuelle Gesten, sondern auch vergangene Gesten einzubeziehen.
Eine Berührungshistorie erkennt den gewünschten Eintrag. Denn beim Abheben des Fingers berührt man einen etwas anderen Punkt als eigentlich gewünscht auf der Oberfläche, daher wertet das iPhone den vorletzten Eintrag aus. Vor allem auf der Tastatur und beim Platzieren des Cursors war die Idee Gold wert. Gleichzeitig nahm sich Apple des Problems an, dass die tatsächliche und wahrgenommene Position des Fingers auf dem Bildschirm leicht unterschiedlich ist. Benutzer zeigen mit der Spitze ihres Fingernagels, treffen aber einige Millimeter mehr. Bei berührungsbasierten Maschinen können Sie oft das Verhalten beim Greifen einer Schaltfläche unter dem gewünschten Element sehen. Nicht so beim iPhone, das ebenfalls eine wichtige Rolle bei der komfortablen Steuerung spielte.
Für andere Arbeiten blieb jedoch keine Zeit, aber das Entwicklungsteam investierte so viel Zeit in diese Implementierung, dass für andere Funktionen keine Zeit mehr blieb. Die ersten beiden Versionen des Systems mussten kopiert und eingefügt werden, was damals von Wettbewerbern oft als Nachteil des Apple-Systems bezeichnet wurde. Erst nach der Markteinführung des iPhone 2007 konnte mit dem Kopieren und Einfügen begonnen werden.
Keine zwei Anwendungen gleichzeitig Multitasking war ebenfalls nicht möglich, was laut Kocienda an der Hardware lag. Da es keinen virtuellen Speicher inklusive Swap gibt (der sich bis heute nicht geändert hat, nur iPadOS 16 bringt Änderungen), kann aufgrund des kleinen Arbeitsspeichers die gleichzeitige Ausführung von Anwendungen nicht garantiert werden. Hintergrundprozesse sollten enden, wenn eine andere Anwendung geöffnet wurde, und nur drei Jahre später ermöglichte Apple bestimmte Dienste, die gleichzeitig ausgeführt werden durften.
Buch mit Informationen zur Entwicklungsarbeit von Apple. Das Buch „Creative Selection“ von Ken Kocienda gibt es in der gebundenen Version für 28 Euro, die Pocket kostet 9,99 Euro ()
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