180% mehr: Das Staatsoberhaupt stößt mit der Enthüllung des Strompreises zusammen

Im Rahmen eines politischen Gesprächs mit Vizekanzler Werner Kogler (G) nahm Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SP) Platz und nahm mit einer Stellungnahme zur Kenntnis.

Österreich befindet sich seit 2020 im permanenten Ausnahmezustand. Erst Krone, jetzt Krieg drumherum: Energiekrise und schmerzhafte Preiserhöhungen als Folge. Dem versucht die Bundesregierung entgegenzuwirken, zuletzt mit einem 28-Milliarden-Anti-Inflationspaket. Doch auch Parteikanzler ÖVP kämpft mit parteiinternen Krisen, die die Grünen und ihr Vizekanzler Werner Kogler auszunutzen versuchen. Natürlich sind sie beide im Vermessungskeller gefangen. Dem Landeshauptmann des Burgenlandes sind diese Probleme nicht bekannt. Hans Peter Doskozil (SP) baut sein eigenes kleines sozialdemokratisches Regierungsmodell.

Debatte auf Ö1

Mit Projekten im Energie- und Gesundheitssektor, einem Mindestlohn und gratis Ski für alle Kinder, um nur einige zu nennen. Dabei pflegt er sein Image als Schauspieler nach dem Motto: Mehr Staat, weniger Privatheit. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) diskutierten am Mittwoch über Klaus Webhofers.

Doskozil kritisiert „die Sprinkler“ für das Hilfspaket

Das Gespräch begann mit gegenseitiger Freundschaft. Doskozil etwa zeigte Verständnis dafür, dass die ÖVP einem Koalitionspartner ein enges Korsett aufsetzen würde, was die SPÖ ebenso erleben musste wie die Freiheitlichen und jetzt die Grünen. Kogler lobte Doskozil und das Burgenland für einen glaubwürdigen Versuch, die Realität zu ändern. Deshalb kann Doskozil nicht als Linkspopulist bezeichnet werden.

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Das etwa einstündige Gespräch im Radiokulturhaus in Wien war dann inhaltlich dicht. Teilweise kritisierte Doskozil die Bundesregierung für ihr Vorgehen im Kampf gegen steigende Preise und Inflation. SP Grande betonte positiv, dass zumindest versucht wurde, die Menschen zu entlasten. Allerdings kritisiert Doskozil den „Sprinkler“, mit dem die Gelder verteilt werden. Als Politiker würde er auch von der Förderung profitieren, aber er braucht das zusätzliche Geld nicht. „Wir verteilen Milliarden an Menschen, die sie nicht brauchen“, sagte Doskozil.

In diesem Zusammenhang sagte der Gouverneur einen bemerkenswerten Satz: „Wir wissen nicht einmal, wie es mit den Preiserhöhungen weitergeht, das ist eine Momentaufnahme der Strom, eine Steigerung von 180 % im Laufe des Jahres “. Eine „Katastrophe“ für einen Menschen, der nur rund 1.200 Euro zur Verfügung hat.

Kogler wollte es so nicht belassen. Pünktliche Zahlungen sind wichtig, weil sie die Menschen entlasten würden, die sie am dringendsten benötigen würden: Mindestrentner, Studenten und Arbeitslose. Die Abschaffung der Kaltprogression war auch so angelegt, dass mit geringeren Einkommen vieles passieren würde.

Doskozil fordert Maßnahmen gegen den Spritpreis-Wahnsinn

Auch bei der Frage der Kraftstoffpreise gab es Unstimmigkeiten. Mehr als zwei Euro pro Liter seien “nicht mehr akzeptabel”, so der Landeshauptmann. Es gibt eine Steuerbelastung von fast 50 Prozent. Doskozil befürwortet Steuersenkungen in diesem Sektor. Kogler entgegnete, Deutschland sei diesen Weg gegangen und die Unternehmen hätten drei Tage vor Inkrafttreten die Preise so stark angehoben, dass sie am meisten von der Senkung profitiert hätten.

Woher das ganze Geld kommen soll, wollte der ORF-Webhofer-Journalist wissen. Nur etwa 50 % würden gefördert. Doskozil verteidigte Vermögenssteuern. Der Vizekanzler war nicht ganz das Gegenteil. Er bezog sich jedoch auf die Kosten der verschiedenen Pakete. Diese würden knapp zwei Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung ausmachen. Wenn sich das nicht lohnt, Politik zu machen, würdest du etwas falsch machen.

Situation der Flüchtlinge wie 2015

Den größten Dissens gab es dann in der Frage der Sicherheits- und Migrationspolitik. Doskozil erklärte, die Situation erinnere ihn an 2015. Selbst in den Wochen mit den wenigsten Anfällen liege der Wert bei 1.000. Es ist ein historisches Versagen der Politik. Es war nie wahr, dass die Balkanroute geschlossen war. Die Situation im Burgenland ist derzeit so, dass Zelte zurückgebracht und Ankommende zum Erstgespräch mit Bussen in andere Bundesländer gebracht werden müssen. Kogler entgegnete, Österreich würde in diesem Bereich gerade im Hinblick auf ukrainische Flüchtlinge das Richtige tun. Auch das Problem sei europäisch, so Kogler.

Nav-Compte Herr Zeit29.06.2022, 21:43 | Akt: 30.06.2022, 17:31

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