Mehrere Städte sind von den Flammen bedroht. Das Feuer brach am Samstag in der Gemeinde Covilha aus. Ein ganzer Naturpark brannte nieder.
Mindestens 3.000 Hektar Vegetation sind bei einem Waldbrand in einem Naturpark in Portugal abgebrannt. In der Serra da Estrela, im Zentrum des Landes, wurden nach ersten Angaben der örtlichen Behörden vier Feuerwehrleute verletzt. Mehrere Städte sind von den Flammen bedroht. Das Feuer brach am Samstag in der Gemeinde Covilha aus. Unterdessen kämpfen Feuerwehrleute in der französischen Region Landiras gegen ein „Monster“-Feuer.
Anfang der Woche schien der Waldbrand in Portugal zunächst unter Kontrolle zu sein, flammte dann aber am Dienstagnachmittag erneut auf. Etwa 1.000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen. Der Naturpark Serra da Estrela befindet sich im höchsten Gebiet des portugiesischen Festlandes, wobei die höchsten Gipfel fast 2000 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Die Umweltschutzorganisation Quercus befürchtet, dass die Brände zu einem erheblichen Verlust an Biodiversität führen werden.
Außergewöhnliche Trockenheit
Wie viele andere Mittelmeeranrainerstaaten leidet auch Portugal in diesem Jahr unter einer außergewöhnlichen Dürre. Das National Weather Institute verzeichnete den heißesten Juli seit mehr als 100 Jahren. Nach Angaben des Instituts für Naturschutz des ICNF sind seit Jahresbeginn 70.000 Hektar Vegetation in Brand geraten.
Der Waldbrand in Frankreich betrifft eine Region nahe dem Herzen der Weinregion Bordeaux. „Ich würde den Landiras-Feuer als Megabrand einstufen“, sagte Gregory Allione vom französischen Feuerwehrverband FNSPF dem Radiosender RTL. “Er ist ein Monster, ein Monster.” In der Region Gironde sind diese Woche Waldbrände ausgebrochen, die Häuser zerstört und rund 10.000 Einwohner evakuiert haben. Einige Anwohner mussten von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden, weil die Flammen so nahe waren.
Ministerpräsidentin Elisabeth Borne wollte tagsüber die Gironde besuchen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Angesichts extremer Hitze und starker Dürre kam es zuletzt in Frankreich und anderen europäischen Ländern zu zahlreichen Bränden. Mehr als 6.800 Hektar Wald sind abgebrannt. Die Behörden warnten, dass die Temperaturen bis Samstag sehr hoch bleiben würden. Das Gebiet war bereits im Juli stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Damals wurden mehr als 20.000 Hektar Wald zerstört und fast 40.000 Menschen mussten zeitweise ihre Häuser verlassen.
Frankreich erhält europäische Unterstützung im Kampf gegen heftige Waldbrände an der Atlantikküste. Die Europäische Kommission hat über das Europäische Katastrophenschutzverfahren vier Löschflugzeuge nach Frankreich geschickt, die zuvor in Griechenland und Spanien stationiert waren, teilten die Brüsseler Behörden am Donnerstag mit. Darüber hinaus reisen Feuerwehrteams aus Österreich, Deutschland, Polen und Rumänien nach Frankreich, um die französischen Streitkräfte zu unterstützen. „Unsere Partner helfen Frankreich“, sagte Präsident Emmanuel Macron. „Europäische Solidarität funktioniert“. Am Nachmittag habe das österreichische Innenministerium nachgefragt, welche Kräfte Frankreich unterstützten, sagte ein Sprecher.
Auch auf der griechischen Urlaubsinsel Thassos kämpfte die Feuerwehr am Donnerstag gegen einen großen Waldbrand. Eine Stadt musste evakuiert werden. Sechs Löschflugzeuge, sechs Hubschrauber und Hunderte von Feuerwehrleuten, Freiwilligen und Militäreinheiten sind im Einsatz, um die Flammen zu stoppen, teilte die Feuerwehr heute Morgen mit. Die Insel in der nördlichen Ägäis ist dicht bewaldet. Rauchwolken waren am Morgen schon von weitem zu sehen, berichteten lokale Medien. Bisher sei niemand verletzt worden, sagte der Bürgermeister der Insel, Lefteris Kyriakidis, gegenüber dem staatlichen Radio.
Auch in der Nähe der italienischen Hafenstadt Triest im Raum Duino ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Wegen der hohen Flammen wurde die Autobahnausfahrt nach Triest gesperrt, teilten die Behörden mit. Die Sperrung war notwendig, damit die Feuerwehr den Brand löschen konnte. Auch ein Helikopter war im Einsatz. Es ist bereits der fünfte Großbrand im Karstgebiet in den letzten drei Wochen. Im Moment wurden mehr als 500 Hektar Wald zerstört. Die Ermittler vermuten Brandstiftung. Die Brände in Friaul-Julisch Venetien haben in den vergangenen Wochen sogar den regionalen Bahnverkehr und die Autobahn A4 (Venedig-Triest) lahmgelegt.
(was)