Der Schock nach dem ersten Jahr Crown 2020 saß tief, als die Stadt St. Pölten rechnete im Haushalt 2021 mit weniger als 12,5 Millionen Euro. „Wir haben sehr genau kalkuliert“, sagt Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ). Doch es kam anders als erwartet, wie der Vorjahresabschluss zeigt: “2021 war weniger turbulent als erwartet. Wir haben die Trendwende geschafft”, sagte der Kommunalverwalter bei der Präsentation am Freitag über ein Plus von 3,2 Millionen Euro.
„Die Lücke von 2020 lässt sich nicht schließen“
Alle im 490-seitigen Bericht festgehaltenen Parameter haben sich laut Stadler positiv entwickelt. „Wir haben das gut hinbekommen“, bekräftigte der Bürgermeister seine Strategie, trotz Pandemie auf keine Investition zu verzichten. Auch niedrigere Personalkosten, die auf weniger Überstunden aufgrund der Pandemie und milder Winter zurückzuführen sind, spielten der Stadt in die Hände.
Nach einer Flaute im Jahr 2020 waren es jedoch hauptsächlich Einnahmen, die Geld in die kommunalen Kassen zurückführten. Gegenüber der Schätzung (67 Millionen Euro) seien knapp 80 Millionen Euro eingenommen worden, 18,9 Prozent mehr. „Wenn es 2022 keinen weiteren Rückgang gibt, sollten wir diese Marke bereits in diesem Jahr überschritten haben“, verweist Stadler auf den anhaltenden Aufwärtstrend. Aufgrund der allgemein guten Konjunktur und der damit verbundenen Steuereinnahmen wurden Bundeshilfen nur teilweise bezahlt und sogar zurückgefordert. Die Lücke im Jahr 2020 ist laut Stadler aber nicht mehr zu füllen.
“Schulden werden bewusst erhöht”
Auch die Finanzkraft der Stadt hat sich positiv entwickelt. Nach einem Minus von sieben Prozent im Vorjahr gab es 2021 noch einmal elf Prozent Zuwachs: Die Stadt liegt sogar über dem Vorkrisenniveau. Dementsprechend ist St. Pölten hat eine Finanzkraft pro Kopf von 2.172 Euro und gehört damit zu den ersten Orten in Niederösterreich.
Die Verschuldung pro Kopf liegt deutlich unter 1.491,84 Euro. Dass sie, wie im Haushalt 2022 vorgesehen, auf 3.000 Euro steigen wird (berichtet der KURIER), beunruhigt das Blatt nur. „Die Verschuldung steigt ganz konkret. Darin ist zwar die Umwandlung der FH in knapp 55 Millionen Euro enthalten, dann fällt aber 2027 ein altes Krankenhausdarlehen in fast gleicher Höhe weg“, erklärt der Stadtverwalter.