5000 Tonnen werden pro Jahr zerstört
Meret Schneider will Fleischabfälle verbieten
In der Schweiz werden jedes Jahr 5000 Tonnen Frischfleisch vernichtet, obwohl es noch verzehrt werden könnte. Dem wollen die Grünen nun ein Ende setzen.
Die Zahlen sind besorgniserregend. Nacht für Nacht bleibt das Frischfleisch in den Regalen, wenn die Läden schließen. Es kann zwar noch bedenkenlos verzehrt werden, ist aber am nächsten Tag nicht mehr verkäuflich. Coop und Migros sammeln es und vernichten es in Biogasanlagen. Rund 5.000 Tonnen Fleisch werden auf diese Weise jährlich abgenommen, der Jahresverbrauch von rund 100.000 Schweizern. Das berichtet K-Tipp.
Für die Nationalrätin der Grünen, Meret Schneider (29), ist das absolut inakzeptabel. Mit dem Umzug will er nun die Verschwendung stoppen, ohne Ja oder Nein. «Der Bundesrat hat eine Weisung, die Vernichtung von verzehrbaren Fleischwaren durch den Detailhandel zu verbieten», fordert er.
Es gäbe Alternativen
Es gibt bereits Möglichkeiten, der Verschwendung entgegenzuwirken. Führende Distributoren könnten es am letzten Tag seines Ablaufdatums umetikettieren, es einfrieren und zu einem reduzierten Preis anbieten oder es an eine Wohltätigkeitsorganisation spenden. Die Bundesregierung erlaubt ausdrücklich:
„Diese Lebensmittel müssen mit dem Einfrierdatum plus 90 Tage gekennzeichnet sein. Sie können an Verbraucher abgegeben werden, solange die Tiefkühlkette eingehalten wird“, empfiehlt die Bundesregierung in einem Rundschreiben. Mit diesen Maßnahmen will sie die Lebensmittelverschwendung bis 2030 um 50 Prozent reduzieren.
Er hat den Aktionsplan des Bundes mitunterzeichnet
Bei der Umsetzung gibt es allerdings noch Probleme. Coop und Migros haben gemeinsam den Aktionsplan des Bundes unterzeichnet. Sie geben jedoch immer noch für frisches essbares Fleisch aus. Coop sei nicht in der Lage, „Spezifikationen für eine vollständige Kühlkettengarantie umzusetzen“, sagte Coop gegenüber K-Tipp.
Die Planung ist für die Migros eine Herausforderung, gerade in der Grillsaison steht der Einkauf in direktem Zusammenhang mit dem aktuellen Wetter.
Ballonfahren in Zürich hingegen zeigt, dass es auch anders geht. Dort geht das auf den Theken verbliebene Frischfleisch direkt an die Obdachlosenverpflegung Europaallee Zürich, ein begehrtes Angebot.