50 Jahre IWF Graz – Das Academy Space Institute feiert sein Jubiläum

Am Dienstag, 28. Juni, feiert das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) sein 50-jähriges Bestehen. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und hochpräzisen Weltraummessinstrumenten trägt das IWF an Bord zahlreicher Raumsonden zur Erforschung unseres Sonnensystems und unserer Galaxie, der Milchstraße, bei. Als zuverlässiger Partner internationaler Raumfahrtagenturen trägt das Institut Österreich seit mehr als 50 Jahren erfolgreich ins All (Bild 1).

wie alles begann

Mit der ersten bemannten Landung auf dem Mond im Juli 1969 erlebte die Weltraumforschung einen großen Aufschwung. In diesem Jahr flog das erste österreichische Messgerät an Bord einer Forschungsrakete ins All. Zwei Jahre später stellte Österreich mit der Gründung des IWF die Weltraumforschung auf eine breite wissenschaftliche Basis. Aus den zunächst drei Standorten Wien, Graz und Innsbruck ist Graz als Forschungsschwerpunkt für Weltraumwissenschaften entstanden. Regie führte Prof. Otto Burkard, der erste Direktor des IWF, spezialisierte sich das IWF auf erdnahe Weltraumphysik, Satellitengeodäsie und experimentelle Weltraumforschung.

Das Observatorium Lustbühel wurde 1976 eröffnet. Das IWF betreibt dort seit 1982 eine Laserbeobachtungsstation, die zu den besten der Welt gehört und auch einen wertvollen Beitrag zur Weltraumsicherheit leistet. Der sogenannte Weltraumschrott kann mit Lasertechnik geortet werden, um gefährliche Kollisionen mit anderen Satelliten oder mit der Internationalen Raumstation ISS zu vermeiden.

Zusammenarbeit mit der Sowjetunion und Beitritt zur ESA

Als der österreichische Weltraumpionier Professor Willibald Riedler 1984 das IWF übernahm, erlangte die österreichische Weltraumforschung internationale Bedeutung. Ihre Kontakte ermöglichten die wissenschaftliche Teilnahme an sowjetischen Missionen zum Kometen Halley, zur Venus und zum Mars.

Der Vollbeitritt Österreichs zur Europäischen Weltraumorganisation (ESA) im Jahr 1987 eröffnete weit über die Landesgrenzen hinaus ein weites Feld für Forschungskooperationen.

Ein eigenständiges Institutsgebäude

Über viele Jahre verteilte sich die IWF auf bis zu sechs verschiedene Standorte in Graz. Die Gründung des ÖAW-Forschungszentrums Graz (heute Victor Franz Hess Research Center, Abb. 2), das wir im November 2000 bezogen, war ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Instituts. Durch die Bündelung von Kompetenzen unter einem Dach wurde die interne Zusammenarbeit gestärkt und neue Türen in die Welt von Forschung und Technik geöffnet.

Mit Professor Hans Sünkel, der das IWF vier Jahre lang leitete, und Professor Wolfgang Baumjohann, der das Institut 17 Jahre leitete, wurde die Teilnahme an Weltraummissionen erfolgreich ausgebaut. Baumjohanns Kontakte zur NASA und der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) ermöglichten es der IWF, an Missionen wie MMS oder BepiColombo zu arbeiten.

Mehr als 40 Weltraummissionen, mehr als 100 Fluginstrumente

Insgesamt hat das IWF an mehr als 40 Weltraummissionen teilgenommen und mehr als 100 Fluginstrumente entwickelt (Abb. 3). Inzwischen ist Hightech-Weltraumtechnik „made in Graz“ zum Saturn und seinen Monden geflogen, mit der Rosetta-Mission erstmals auf einem Kometen gelandet, wird bald an Bord von JUICE zu den Eismonden des Jupiters abheben und Planeten erkunden. unser Sonnensystem mit PLATO.

Gegenwart und Zukunft

Seit Oktober 2021 leitet Professorin Christiane Helling das IWF, eines der größten Institute der ÖAW. Heute leitet er ein Team von rund 100 Mitarbeitern aus 20 Nationen. Es wird von den Leitern der acht Forschungsgruppen unterstützt. Mit Helling verlagert sich der Forschungsansatz des Instituts immer mehr in Richtung Exoplaneten. Seine Erforschung führt die Wissenschaft zu fernen Welten, die Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Bisher wurden mehr als 5.000 Exemplare entdeckt und die Zahl steigt täglich.

„Die Erforschung extrasolarer Planeten erfordert einen interdisziplinären Ansatz, der am Institut für Weltraumforschung auf Grundlagenarbeiten zu Objekten in unserem Sonnensystem aufbauen und diese erweitern wird. Ich hoffe, in Zusammenarbeit mit lokalen IWF-Experten, Universitäten und der Großsteiermark die Wissenschaftslandschaft zu prägen “, blickt Christiane Helling optimistisch und voller neuer Ideen in die Zukunft des Instituts.

Der IWF feiert …

Die Dienstleistungen des Instituts für Weltraumforschung haben in den letzten fünf Jahrzehnten wesentlich zur Entwicklung Österreichs zu einem bedeutenden und international anerkannten Weltraumstandort beigetragen. Dieser Erfolg wird am Dienstag, 28. Juni 2022 ab 11 Uhr im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung ausgetragen.

… und das Publikum feiert es mit: MISSION POSSIBLE!

Um die breite Öffentlichkeit am Jubiläum teilhaben zu lassen, wird die Sonderausstellung MISSION POSSIBLE! eröffnet, das in Zusammenarbeit mit FRida & freD – Das Kindermuseum Graz entstanden ist. MISSION MÖGLICH! informiert über die komplexe und spannende Aufgabe des IWF. Wie eine Weltraummission funktioniert, erfahren die Besucher, während sie an einer fiktiven CoSA-Mission teilnehmen: Die Reise geht zu Enceladus, einem der größten Saturnmonde. Der rote Faden der Ausstellung ist ein Comic, der in 21 Bildern auf einer Länge von knapp 30 Metern die Aktivitäten der Grazer Weltraumforscher anschaulich darstellt. Der Comic enthält originale Raummessgeräte, die nur von Besuchern entdeckt werden (Abb. 4).

Kontakt Prof. DR. Christiane Helling T +43 316 4120-302 christiane.helling (at) oeaw.ac.at Mag. Dr. Alexandra Scherr Öffentlichkeitsarbeit ÖAW Institut für Weltraumforschung Schmiedlstraße 6, 8042 Graz, Österreich T + 43-316-4120-414 alexandra .scherr @ oeaw.ac.at | www.oeaw.ac.at/iwf

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