von. – 11.07.2022 15:12 (Akt. 11.07.2022 18:49)
Die Schläge sorgten für 59-Jährige: Viereinhalb Jahre Haft © APA
Am 26. Februar 2022 schlug ein 25-jähriger Mann ohne ersichtlichen Grund in der Wien-Landstraße auf einen pflegebedürftigen Mann ein. Der Angreifer wurde am Montag wegen Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen verurteilt.
Nachdem es in der Wien-Landstraße zu einem Streit zwischen den beiden gekommen war, schlug der 25-Jährige seinem Kontrahenten ins Gesicht. Der 59-jährige Mann stürzte zu Boden und erlitt durch den Aufprall einen Schädelbruch mit Hirnblutung und Schädel-Hirn-Trauma.
Ein 25-jähriger Mann wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt
Eine Richtergruppe (unter dem Vorsitz von Roman Palmstingl) des Landgerichts verhängte gegen den dreimaligen Verurteilten eine unbedingte Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Das Opfer erhielt eine Entschädigung von fast 19.000 Euro. Nach Rücksprache mit Verteidiger Wolfgang Mekis akzeptierte der Mann den Elfmeter. Die Staatsanwaltschaft stimmte ebenfalls zu, sodass das Urteil feststeht.
Streit in Wien: Ein 25-jähriger Mann wird überfahren
Der Angeklagte war mit seiner Mutter und seiner Freundin auf dem Weg zum Supermarkt, als seine Begleiter von dem 59-Jährigen angesprochen und verärgert wurden. „Damals war ich sehr in meine Freundin verliebt“, sagte der 25-Jährige dem Gericht. Durch die beleidigenden Äußerungen des völlig unbekannten, sichtlich betrunkenen Mannes habe er „so viel Stress erlitten“.
Als Student, der die Szene als Zeuge beobachtet hatte, fiel der 59-Jährige nach dem Schlag zurück zu Boden, schlug mit dem Hinterkopf auf dem Asphaltboden auf und wurde bewusstlos. Spätere Ermittlungen ergaben, dass das Opfer damals 2,3 Promille im Blut hatte. Der Angeklagte hat behauptet, er habe nicht “alles schockiert”. Er habe den Mann nur “mit der Faust weggestoßen. Wenn er ihn sehr hart getroffen hätte, wäre mehr passiert.” „Gibt es noch mehr?“, warf der Richter ein, „er kann nicht mehr hierher kommen, um auszusagen.“
Der 59-jährige Mann musste sich einer Notoperation unterziehen und braucht nun Aufmerksamkeit
Der 59-Jährige war nach schweren Verletzungen in einem Krankenhaus notoperiert worden. Er verbrachte 13 Tage auf der Intensivstation und zwei weitere Monate in einem normalen Zimmer, bevor er am 17. Mai in ein Pflegeheim verlegt wurde. „Er liegt niedergeschlagen im Bett, ist inkontinent, zeitlich und örtlich desorientiert und hat einen stark erhöhten Aufmerksamkeitsbedarf“, sagt Rechtsmediziner Nikolaus Klapp zum aktuellen Gesundheitszustand des Opfers. Es sei zu befürchten, dass dem Menschen „schweres und anhaltendes Leid“ bevorstehe. In jedem Fall ist von einer dauerhaften Arbeitsunfähigkeit und einer Verschlechterung der Gedächtnisleistung auszugehen.