9-Euro-Ticket: So geht es im ÖPNV ab September weiter

Sollte es nach dem Ende des 9-Euro-Tickets keine bundesweite Anschlusslösung für den ÖPNV geben, wollen mehrere große Verkehrsverbünde zunächst zu ihren alten Ticketpreisen zurückkehren, Preiserhöhungen in den nächsten Monaten aber ausdrücklich offen halten. Dieses Szenario wird immer wahrscheinlicher, da Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine direkte Fortführung der Ende August auslaufenden 9-Euro-Note ausgeschlossen hat.

Nach derzeitiger Planung läuft der staatlich subventionierte 9-Euro-Schein Ende August aus.

„Der 9-Euro-Schein ist eine vorübergehende Maßnahme“, für die es keine Nachfolgeregelung im Bundeshaushalt gebe, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Minister begründete seine Ablehnung damit, dass der 9-Euro-Schein kein kostendeckendes Angebot sei und vom Steuerzahler finanziert werde.

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„Auch wer das Angebot selbst im ländlichen Raum nicht nutzen kann, zahlt damit.“ Das überzeuge ihn nicht, und der Bund könne es nicht bezahlen, „weil die Schuldenbremse auch 2023 wieder eingehalten werden muss“. Ablehnung anderer Verbindungsregeln. Dazu gibt es verschiedene Vorschläge, etwa ein bundesweit gültiges Ticket für 69 Euro, das der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ins Spiel gebracht hatte.

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Doch eine Entscheidung dürfte bis Ende August nicht gefallen sein: Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sieht die Bundesländer in erster Linie in der Verantwortung für die Ausgestaltung der Nachfolgeregelung, während die Länder deutlich höhere Bundeszuschüsse für den ÖPNV fordern.

Grünen-Chefin Ricarda Lang widersprach FDP-Politikern. „Offensichtlich ist das Potenzial für bezahlbaren ÖPNV in Deutschland riesig und das nationale 9-Euro-Ticket ein Erfolgsmodell, für das wir gerade aus klimapolitischer Sicht eine Nachfolgeregelung finden sollten“, sagte er zu „. Tagesspiegel”. Wenn Sie dafür Geld suchen, sind Sie immer bereit, über die Streichung von umwelt- und klimaschädlichen Subventionen zu sprechen.

Verkehrsverbände fordern eine sehr schnelle Entscheidung. „Wenn es eine Tracking-Regelung für das 9-Euro-Ticket geben sollte, sollte schnellstmöglich die Entscheidung der Politik und vor allem die Klärung der Finanzierung erfolgen“, teilte der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) mit. „Je früher Klarheit herrscht, desto eher können Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünde die Maßnahmen anpassen und umsetzen.“

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Auch in München ist man davon überzeugt, dass die Zeit drängt. Wann eine Entscheidung zu treffen ist, hängt von der konkreten Ausgestaltung der Anschlussfahrkarte ab. „Wenn es ein Ticket gibt, das für einen Kalendermonat gekauft werden kann – ähnlich wie das 9-Euro-Ticket – dann ist eine Lieferzeit von mindestens vier Wochen realistisch“, sagte ein Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). „Bei anderen Modellen, etwa einem Abo, würde die Umsetzung länger dauern.“

Auch in Hamburg betont der HVV, dass eine Nachfolgeregelung “sehr bald” nötig sei, wenn sie noch vor dem 1. September umgesetzt werden soll.

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Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der den Nahverkehr in und um Frankfurt am Main organisiert, schlägt vor, möglicherweise eine zweistufige Lösung zu wählen. So könnte zum 1. September ein allgemeines Klimaticket eingeführt werden, das Anfang des Jahres wieder angepasst oder ergänzt werden könnte.

Bis zum Ablauf der 9-Euro-Note wird eine Lösung derzeit jedoch nicht als wahrscheinlich angesehen. Bund und Länder sollten sich zunächst auf die Förderung einigen, Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sieht die Länder in der Pflicht, eine Nachfolgeregelung zu entwerfen, die wiederum deutlich höhere Zuschüsse vom Bund für den ÖPNV fordert.

Die Preiserhöhung ist bereits beschlossen

Kommt eine Einigung nicht zustande, wollen viele Verkehrsverbünde zunächst zu den Ticket- und Preismodellen zurückkehren, die vor der Einführung des 9-Euro-Tickets galten. „Tickets, die vorher existierten, sind noch verfügbar und werden auch danach verfügbar bleiben“, sagte MVG. Eine Preiserhöhung in München ist jedoch im Laufe des Jahres wahrscheinlich. „Der Fahrpreis wird normalerweise angepasst, wenn sich der Fahrplan im Dezember ändert“, sagte das Unternehmen. „Wir sehen, dass eine Aufstockung nötig ist, die derzeit abgestimmt wird.“

Auch der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg will vorerst zu den alten Preisen zurückkehren. Wie üblich wird der Aufsichtsrat des VBB erst im Herbst über die Erhöhung entscheiden. „Sollte es Anpassungen geben, würden diese voraussichtlich zum 1. Januar 2023 umgesetzt, wie es auch im VBB üblich ist“, teilte der Hauptstadtverband mit. In Hamburg steht fest, dass es in diesem Jahr keine weiteren Erhöhungen geben wird, in der Hansestadt wird es wieder auf das Niveau vor dem 9-Euro-Schein gehen.

In Frankfurt hingegen müssen sich Fahrgäste nach Ablauf des 9-Euro-Tickets auf die neuen Preise einstellen, obwohl diese bereits vor Einführung der Entlastungsmaßnahme geplant waren. Der Aufsichtsrat hat Anfang des Jahres beschlossen, das Tarifniveau für den RMV um durchschnittlich 3,9 Prozent anzuheben.

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Diese Erhöhung tritt am 1. Juli in Kraft, sodass die meisten Kunden sie erst bemerken werden, wenn der 9-Euro-Schein abgelaufen ist. „Konkrete Überlegungen für weitere Preisanpassungen gibt es derzeit nicht“, teilte der RMV mit. “Die nächste Tarifänderung findet am 1. Januar 2023 statt.” Über eine weitere Erhöhung entscheidet der Aufsichtsrat.

Grundsätzlich ist auch mit steigenden ÖPNV-Preisen zu rechnen, wenn sich die Politik nicht auf die Fortführung eines massiv subventionierten Tickets nach dem 9-Euro-Ticket einigt. Alle Verkehrsunternehmen leiden unter den stark gestiegenen Strompreisen der letzten Monate. Darüber hinaus kann es aufgrund hoher Inflationsraten zu einem Anstieg der Löhne und anderer Kosten kommen. Erhöhungen werden oft zu Jahresbeginn durchgeführt.

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