Nach der Jahrhundertwende: Der Vulkan bei Tonga soll noch intakt sein

– Der Vulkan bei Tonga soll noch intakt sein

Es war der grösste jemals registrierte Ausbruch, und die Druckwelle war bis in die Schweiz zu spüren. Jetzt wurde der angeblich zerstörte Vulkan Hunga kaum verändert.

Gepostet: 23.05.2022, 20:52

Der Vulkan steht noch: eine dreidimensionale Karte des Unterwasservulkans Hunga.

Foto: NIWA – Die Nippon Foundation

Die Tonga-Hunga Ha’apai-Explosion im Januar verursachte die größte atmosphärische Explosion seit mehr als 100 Jahren. Er umkreiste mehrmals die Erde und war auch in der Schweiz messbar. Der Ausbruch verursachte Tsunamis über dem Pazifik. Dem National Water and Atmospheric Research Institute of New Zealand (Niwa) ist es gelungen, die Form des Vulkans und des umgebenden Meeresbodens zu kartieren. Die neuen Erkenntnisse seien “überraschend und unerwartet”, schreibt das Forschungsinstitut auf seiner Website.

Der gewaltige Vulkanausbruch bei Tonga im Video.

Video: Tamedia

Bevor das Team zur Forschungsmission aufbrach, erwarteten die Forscher eine dramatische Veränderung des Vulkans. Nach einem Monat Recherche folgte die Überraschung: Ungarn sei noch weitgehend intakt und an der Struktur habe sich laut Expeditionsleiter Kevin Mackay nicht viel verändert. „Bei einer so heftigen Explosion, der größten aufgezeichneten, wäre der ganze Vulkan ausgelöscht worden, aber das war nicht der Fall.“

Allerdings hat sich der Meeresboden rund um den Vulkan verändert. Bis zu 50 Kilometer vom Vulkan entfernt fanden die Forscher feinsandigen Schlamm, hohle Täler und riesige Sedimenthaufen, sagt der Meeresgeologe.

Anmerkungen zur Resilienz mariner Ökosysteme

Das Team maß insgesamt 22.000 Quadratmeilen. Berechnungen zeigen, dass dem Meeresboden rund um den Vulkan zwischen sechs und sieben Kubikkilometer Material hinzugefügt wurden. Das sind Asche und Steine, die durch die Explosion in die Luft geschleudert wurden und dann wieder ins Wasser fielen.

Die Forscher untersuchten auch die Auswirkungen auf das Ökosystem. Im Umkreis von 15 km um den Vulkan gibt es kein Leben. Es sollte jedoch beachtet werden, dass es außerhalb dieses Radius noch eine reiche und vielfältige Population von Fischen und anderen Tieren gibt. Wissenschaftler spekulieren, dass die Kreaturen außerhalb der Eruption oder weit genug entfernt waren, um der Asche zu entkommen.

Wahrscheinlich sind sie der Explosion entkommen: Meeresbewohner 80 Meilen vom Vulkan entfernt.

Foto: NIWA-Nippon-Stiftung

Für den Niwa-Meeresbiologen Dr. Für Malcolm Clark ist es ein positives Zeichen, dass es so nah am Vulkan noch gesundes Leben gibt. „Obwohl der Meeresboden des Vulkans weitgehend trocken ist, weisen die umliegenden Unterwasserberge Gebiete mit normaler Artenvielfalt auf, was auf die Widerstandsfähigkeit dieser Meeresökosysteme hinweist und Hoffnung auf Erholung bietet.“

Sie können die Auswirkungen aus dem Weltraum sehen

Das Team machte Tausende von Fotos und sammelte während der Expedition Hunderte von Proben, darunter 115 Sedimentkerne und 250 Pfund Gestein, von denen einige neu bei der Eruption waren.

Im Hintergrund sieht man die Gipfel des Vulkans Hunga: Das Forschungsschiff RV Tangaroa.

Foto: NIWA-Nippon-Stiftung

Vorläufige Daten zeigen, dass die im Meer verbleibende Asche laut Niwa an einigen Stellen unzählige Auswirkungen auf das Ökosystem Ozean hat. Niwas Biogeochemiker Dr. Sarah Seabrook erklärt, dass die Asche unmittelbar nach dem Ausbruch mikroskopisch kleine Algen befruchtete. “In diesem Fall gab es eine Blume des Lebens, die so groß war, dass wir sie aus dem Weltraum sehen konnten.” Forscher haben aber auch Bereiche entdeckt, in denen dem Wasser durch die Asche Sauerstoff entzogen wurde. Dies könnte das Leben im Meer beeinträchtigen.

Gepostet: 23.05.2022, 20:52

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