Ferda Ataman zur Antidiskriminierungsbeauftragten gewählt

Der Bundestag hat Ferda Ataman zur neuen Antidiskriminierungsbeauftragten der Bundesregierung gewählt. Er erhielt 376 der 668 gültigen Stimmen. 278 Abgeordnete stimmten dagegen, 14 enthielten sich. Somit erreichte Ataman nur das erforderliche Quorum von 369 Stimmen. Ampelparteien haben im Bundestag 416 Stimmen.

Nach seiner Wahl kündigte Ataman an, alle diskriminierten Menschen im Land zu verteidigen. „Ich möchte mit meiner Arbeit diejenigen überzeugen, die mir bisher noch nicht das Vertrauen schenken konnten“, sagte er mit Blick auf die Abstimmung im Bundestag.

Familienministerin: Sehr, sehr gute Wahl

Ataman sagte, er sehe seine Aufgabe darin, “Menschen, die unter Diskriminierung leiden, durch Beratung, Ermittlungen und Kontaktaufnahme mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zu unterstützen”. Als eines der Ziele nannte er ein bundesweites Förderprogramm zum Aufbau einer bundesweiten Beratung.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne), deren Haus Ataman für den Posten nominiert hatte, sagte: „Ich bin fest davon überzeugt, dass das eine sehr, sehr gute Wahl ist.“ Ataman ist bekannt als eine Person, die sich für eine integrative und demokratische Gesellschaft einsetzt.

Mitte Juni hatte das Kabinett den Publizisten für das Amt nominiert. Von diesem Moment an wurde das Personal heftig kritisiert. Oppositionspolitiker von Union und AfD, aber auch einzelne Vertreter der Regierungspartei FDP, sagten, der Journalist sei nicht geeignet. Sie bezeichneten Ataman unter anderem als “linken Aktivisten”, der eine “spaltende Identitätspolitik” vertrete. SPD-Chefin Saskia Esken sprach von einer “Verleumdungskampagne”. Vor der Wahl von Ataman war der Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vier Jahre lang vakant.


Ataman arbeitete für Laschet

Ataman, 1979 in Stuttgart geboren und in Nürnberg aufgewachsen, studierte Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Moderner Naher Osten“ mit den Schwerpunkten Migration und Integration. Nach seinem Studium arbeitete er erstmals für den CDU-Politiker Armin Laschet, der 2005 Integrationsminister in Nordrhein-Westfalen wurde, und suchte einen Redakteur mit türkischem Hintergrund.

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2007 absolvierte Ataman die Berliner Journalistenschule und arbeitete anschließend in verschiedenen Zeitungsredaktionen. Von 2010 bis 2012 leitete er die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. 2009 war er Mitbegründer des Netzwerks „Neue deutsche Medienmacher“, das sich für mehr Medienvielfalt einsetzt. Ataman, 43, dessen Eltern aus der Türkei nach Deutschland kamen, leitete von 2013 bis 2016 den Mediendienst Integration, eine wissenschaftliche Plattform für Journalisten zu Migrations-, Integrations- und Asylfragen.


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