von. – 09.07.2022 07:00 (Akt. 09.07.2022 11:51)
Österreichs Emissionen sind erneut gestiegen. © APA / Barbara Gindl (Symbolbild)
Nachdem die Emissionen in Österreich 2020 um 7,5 Prozent gesunken waren, stiegen sie 2021 wieder an. Laut Gottfried Kirchengast, der die Berechnungen des Wegener Centers an der Universität Graz veröffentlicht hat, war das Pandemiejahr 2020 leider nur ein untypisches.
„Österreichs Emissionen sind 2021 erneut um rund 6,5 Prozent auf das seit mehr als 30 Jahren ungebrochene Niveau von 1990 gestiegen“, sagte Kirchengast.
Österreich muss bis 2040 eine 90-prozentige Reduktion von fossiler Energie und Industrie erreichen
„Ab 2021 stehen uns auf dem Weg zur Klimaneutralität nur noch maximal 700 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zur Verfügung“, rechnet Kirchengast vor. „Das bedeutet, dass Österreich bis 2040 eine Minderung von mindestens 95 Prozent erreichen muss, davon mindestens 90 Prozent überwiegend im Bereich der fossilen Energien und der Industrie“, sagt der Klimaforscher der Universität Graz.
Laut Leonore Gewessler müssen die Anstrengungen massiv gesteigert werden
Bereits im Herbst 2021 ging das Wegener Center in seinen Berechnungen davon aus, dass sich der Kroneneffekt verflüchtigt hätte, damals ging man von einem Anstieg um acht Prozent gegenüber 2020 aus, das Umweltbundesamt ging von einem Anstieg von vier Prozent im Jahr 2021 aus „Obwohl der CO2-Ausstoß 2021 im Vergleich zum Ausnahmejahr 2020 mitten in der Pandemie wieder gestiegen ist, haben wir einen Rückgang im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie erreicht“, sagte er, sagte Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) in Anbetracht die neuste Prognose. Für das Ziel „Klimaneutralität 2040“ sollten die Anstrengungen jedoch massiv gesteigert werden: Wir haben bereits viele Schritte unternommen, aber es ist absolut klar, dass es für eine gute und klimafreundliche Zukunft noch mehr braucht. Schließlich müssen die Emissionen jetzt Jahr für Jahr gesenkt werden“, sagte der Minister.
Österreichs Emissionen stiegen um 6,5 Prozent
Um dieses Ziel zu erreichen, dürfen zwischen 2021 und 2030 nur noch maximal 550 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente emittiert werden. „Denn wenn von 2031 bis 2040 weniger als 150 Millionen Tonnen im Budget stehen, müssten Minderungssätze gesetzt werden. “Emissionen von mehr als zehn Prozent pro Jahr, was unrealistisch ist”, sagte Kirchengast.
Entwicklung einer nachhaltigen Kohlenstoffspeicherung in der Land- und Forstwirtschaft
„Eine nachhaltige Kohlenstoffspeicherung in der Land- und Forstwirtschaft muss parallel zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ausgebaut werden. Damit lassen sich etwa fünf Prozent der derzeitigen Emissionen aus der Landbewirtschaftung und dem Wald umweltverträglich und langfristig begrenzen. “, fügte der Forscher hinzu. Um die gesetzten Klimaziele wirklich zu erreichen und hohe Kosten durch Untätigkeit zu vermeiden, ist es unabdingbar, dass das maximal errechnete Gesamttreibhausgasbudget und die entsprechenden Pfade der Klimaschutzziele rechtsverbindlich sind.
Große Klimaprojekte bereits im Gange
Aus Sicht des Ministeriums seien bereits viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht worden, etwa das Klimaticket, die Aufstockung der Fördermittel für die Fahrradinfrastruktur, der Ausbau des ÖPNV und die Offensive der Elektromobilität das Klima. Transport. „Wir setzen auch verstärkt auf Wirtschaft, Industrie und Energie – mit dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz, dem Erneuerbare-Ausbau-Gesetz, der Förderkampagne ‚Raus aus Öl und Gas‘ oder der Reform der Ökosozialsteuer“, so Gewessler abschließend.