König Iqbal?

Iqbal Khan ist 46 Jahre alt und gehört damit zu den «Jungs» in der UBS-Geschäftsleitung. Er soll nun als nächster CEO an die Spitze rücken.

Das berichtet die US-Agentur Bloomberg. Infolgedessen würde Khan der alleinige Leiter der globalen Vermögensverwaltung bei UBS werden.

Derzeit teilt er sich die Arbeit mit Tom Naratil. Der Amerikaner gilt als Khans Mentor. Laut Bloomberg würde er auf Rang 2 vorrücken, Khan wäre der neue König der Flaggschiff-Sparte.

Bloomberg-Spekulationen gehen weiter. Der Schritt würde Khan in die Lage versetzen, Hamers in Zukunft zu übernehmen.

Allerdings ist Ralph Hamers, CEO der UBS in den Niederlanden, seit einiger Zeit nicht mehr im Amt. Seit 2020 ein Jahr weniger als Khan.

In seiner Heimat läuft ein Strafverfahren gegen ihn, dort schweigt er. Die UBS war immer ruhig.

Laut einem UBS-Informanten ist Bloombergs Geschichte über Khans bevorstehenden beruflichen Wechsel “spekulativ”. Es gibt jedoch viel zu sagen.

Sein Private-Banking-Partner, der bereits erwähnte Naratil, nähert sich dem Rentenalter. Er und Khan haben es bekommen, also konnte Naratil das Lager freiwillig verlassen.

I: Khan ist Schweizer. Das ist wichtig, weil mit Colm Kelleher aus den USA und CEO Hamers aus einem EU-Land derzeit zwei Ausländer wichtige Jobs innehaben.

Einer der beiden Hauptsitze des grössten Schweizer Unternehmens soll in lokaler Hand sein.

Wäre Khan faktisch der einzige Leiter der Vermögensverwaltung, hätte der ehemalige EY-Prüfer eine unglaubliche Belastbarkeit gezeigt.

Skandale um ihn herum hatten in den vergangenen Jahren zugenommen. Als er bei der CS das Private Banking leitete, war er für die Vermögensverwaltung verantwortlich.

Dort explodierten im Frühjahr 2021 die Gelder von Alexander Greensill. Sie stammen noch aus der Khan-Ära und könnten CS Milliarden kosten.

Auch die Spionageaffäre hatte weltweit Wellen geschlagen. Er führte im Herbst 2019 zu Verhaftungen und Strafanzeigen, schliesslich musste Tidjane Thiam seinen Job als CEO der CS aufgeben.

Auch dies überlebte Khan. Im Oktober vor 3 Jahren trat er mitten in der Aufregung der Spionage seinen neuen Job bei der UBS an: Fliegen von der CS.

Und noch eine Affäre passierte zu Khans Zeiten auf Platz 2. In Genf beklagte ein CS-Berater die reichen Russen und Georgier.

Der Berater war ein Betrüger, Kunden verloren viel Geld. CS wurde kürzlich eine Geldstrafe in Höhe von Hunderten von Millionen an Schadensersatz auferlegt.

Die gesamte Vermögensverwaltung der CS ist rot geworden. Unter Khan befand sich die große Flugabteilung.

Khan kannte die Risiken und sprang kurz vor der Explosion, sagen seine Kritiker. Unter ihm sei alles sehr gut gelaufen, seine Nachfolger hätten es ruiniert, sagen Anhänger.

Khans Köpfe im UBS-Verwaltungsrat scheinen zu letzterer Meinung zu neigen. Wenn Bloomberg recht hat, werden sie den aufgehenden Stern als nächsten Superhead wählen.

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