Marktbericht
Stand: 11.07.2022 07:47 Uhr
Ab heute fließt kein Gas mehr durch Nord Stream 1. Die Gaskrise ist in den Köpfen der Investoren präsenter denn je. Hinzu kommen Zinsängste. Das dürfte den DAX zunächst deutlich nach unten drücken.
Die Gaskrise in Europa und Spekulationen über stark steigende US-Zinsen schmälern das Interesse der Anleger an Aktien. Der DAX dürfte mit einem kräftigen Abschlag in die neue Handelswoche starten. Der IG-Broker schätzt die deutschen 40-Standard-Werte um 1,2 Prozent niedriger auf 12.853 Punkte.
Fasst DAX gefährdete Fonds an?
Damit ist die jüngste Erholungsbewegung des deutschen Aktienmarktes beendet. In der Vorwoche hatte der DAX zunächst mit 12.391 Punkten ein neues Jahrestief markiert, sich dann aber schnell V-förmig erholt und wieder die 13.000-Punkte-Marke erreicht. Am Freitag schloss der deutsche Leitindex 1,3 Prozent höher bei 13.015 Punkten.
Dies hatte im Markt Hoffnungen auf einen Doppelboden bei 12.391 / 12.439 Punkten geschürt. Ein Doppelboden gilt in der technischen Analyse als klassisches Anlagemuster und als Vorbote steigender Kurse. Doch heute dürfte sich das DAX-Schlusslicht einem ersten Härtetest unterziehen.
Kein Gas mehr durch Nord Stream 1
Die Gaskrise ist in den Köpfen der Anleger noch immer präsent. Immerhin ist Russlands wichtigste Erdgasverbindung nach Deutschland heute für rund zehn Tage gesperrt. Die große Sorge der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur ist jedoch, dass Russland den Gashahn nach Abschluss der Arbeiten nicht wieder öffnet.
Die Gaskrise drückt den Euro in Richtung Dollar
Vor diesem Hintergrund bleibt der Euro unter Druck. Die gemeinsame europäische Währung fällt bei frühen Devisentransaktionen auf 1,0134 $ und nähert sich der Parität mit dem Dollar. Ängste vor einer durch eine Gaskrise ausgelösten Rezession in Europa und die Aussicht auf einen raschen Anstieg der US-Zinsen belasten seit Wochen den Euro-Dollar-Kurs.
“Da sich wenig Konjunkturerleichterung für Europa abzeichnet und die US-Inflationsdaten wahrscheinlich ein neues Jahreshoch markieren werden und die US-Notenbank die Zinsen weiterhin aggressiv anhebt, verschieben sich die Risiken weiter zugunsten des Dollars”, sagte Jonas Goltermann von Capital Wirtschaft. . „Wir erwarten, dass der Euro-Dollar-Wechselkurs bald die Parität durchbrechen wird, und er könnte etwas darunter liegen.“
Typenängste halten den Dow und S&P unter Kontrolle
Am Ende der Woche befeuerten starke Arbeitsmarktdaten Spekulationen über einen starken Anstieg der US-Zinsen. Dies dämpfte den Appetit der Anleger auf US-Aktien. Der Dow Jones verlor 0,2 Prozent auf 31.338 Punkte. Währenddessen stieg der Nasdaq mit viel Technologie um 0,1 Prozent auf 11.635 Punkte und der breite S&P 500 fiel um 0,1 Prozent auf 3.899 Punkte.
Im Juni wurden in den USA 372.000 neue Stellen geschaffen, weit mehr als erwartet. Dies sollte der Federal Reserve (Fed) Spielraum für eine weitere große Zinserhöhung geben. Laut dem Fed Watch Tool der CME Group stiegen die Wetten auf die Finanzmärkte mit einer Zinserhöhung um 75 Basispunkte auf der Juli-Sitzung auf 97,7 Prozent, mehr als die vorherigen 91,5 Prozent.
Nikkei beginnt die Woche mit Gewinnen
Von den asiatischen Aktienmärkten kommen gemischte Signale. Die in dieser Woche beginnende US-Berichtssaison und die schwache Ausrichtung der Wall Street sorgen für Unsicherheit. Der Nikkei-Index mit 225 Aktien stieg kurz vor Handelsschluss in Tokio um 1,2 Prozent. Die Shanghai Stock Exchange hingegen ist um 1,7 Prozent gefallen.
Airbus wird im Juni weitere Flugzeuge ausliefern
Der weltgrößte Flugzeughersteller Airbus hat seine Auslieferungen im Juni deutlich gesteigert. Der DAX-Konzern lieferte im vergangenen Monat 60 Verkehrsflugzeuge an seine Kunden aus, 13 mehr als im Mai. Denn sein Jahresziel, rund 720 Flugzeuge auszuliefern, muss Airbus einhalten: Nach den ersten sechs Monaten sind erst 297 davon fertiggestellt.
Nachfragemodell gegen Mercedes-Benz
Bis Ende Juni hatten sich 2.804 Mercedes-Kunden einem Muster-Feststellungsklageverfahren von Verbraucherschützern im Zusammenhang mit dem Dieselskandal angeschlossen. Die erste mündliche Verhandlung findet morgen am Landgericht Stuttgart statt. Verbraucherschützer werfen dem Autobauer grundsätzlich bewusst manipulierte Abgaswerte vor und wollen von betroffenen Kunden Schadensersatz fordern.
ElringKlinger streicht mehr als 86 Millionen Euro
Unter anderem aufgrund des Anstiegs der Zinsen und der Wechselkursentwicklung …