Der FC Bayern kämpft um Juventus-Star Matthijs de Ligt: Warum ein Transfer eine Win-Win-Situation wäre

Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic ist am Mittwochabend von seiner Reise nach Turin im Privatjet zurückgekehrt.

Der 45-Jährige soll zusammen mit Marco Neppe (Technischer Direktor) ein erstes Angebot für Matthijs de Ligt abgegeben haben. Nach Informationen von “Sport1” und “Bild” bedeutete dies eine Festablöse von 60 Millionen Euro und bis zu zehn Millionen Euro Boni.

Medienberichten zufolge lehnte Juventus Turin ab. Rund 80 Millionen Euro wollen die Italiener dem Vernehmen nach für den 22-Jährigen, fast so viel, wie der Serie-A-Klub 2019 für de Ligt zu Ajax Amsterdam transferiert hat (85,5).

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Damit stehen den Münchnern harte Verhandlungen bevor. Aber passt der Innenverteidiger in den Kader der Bayern? Und welche Möglichkeiten einer Einigung gibt es?

Eurosport.de untersucht die Situation in München, Turin und Ligt.

Matthijs de Ligt könnte die Bayern-Abwehr stabilisieren

Klar ist jedenfalls: Der Niederländer hat derzeit höchste Priorität in den Transferplänen des deutschen Meisters. Salihamidzic wirkte am Flughafen nicht pessimistisch, als ihn Reporter zu den Verhandlungen befragten. „Wir waren da und haben uns unterhalten. Mal sehen, was passiert“, sagte der Sportdirektor.

De Ligt soll der Spieler gewesen sein, der von Trainer Julian Nagelsmann ausgewählt wurde, um die in der vergangenen Saison teilweise instabile Defensive der Bayern zu stabilisieren. Der erst 22-Jährige hat in seinen 117 Pflichtspielen bei Juventus gezeigt, dass er an der Seite der beiden Routiniers Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini auf höchstem Niveau agieren kann.

Zudem fehlt dem FCB nach dem Abgang von Niklas Süle eine Innenverteidigung. Neben den Stammspielern Lucas Hernandez und Dayot Upamecano stehen mit Tanguy Nianzou und Chris Richards nur zwei junge Talente für die Innenverteidigung zur Verfügung. Letzterer könnte den FC Bayern auch verlassen, wird spekuliert.

Matthijs de Ligt

Bildnachweis: Getty Images

Mit dem vielseitigen Verteidiger Benjamin Pavard kann ein weiterer erfahrener Verteidiger zentral spielen.

Doch die Zukunft des Franzosen (Vertrag bis 2024) scheint ungewiss. Laut “Kicker” kann sich Pavard nach drei Jahren in München durchaus einen Wechsel vorstellen. Bis zu 30 Millionen Euro soll der 26-Jährige in die Kassen spritzen.

Champions League: Darauf wartet Juventus seit 26 Jahren

Auch hinter Upamecano, der erst in der vergangenen Saison zu den Bayern kam, steht ein Fragezeichen. Der 23-Jährige zeigte vor allem in wichtigen Spielen einige gravierende Fehler. Kürzlich wechselte Upamecano auch den Berater.

Trotz Vertrag bis 2026 ist ein vorzeitiger Abgang nicht ausgeschlossen, Chelsea soll Interesse zeigen. Daher hat Nagelsmann viel Platz, um de Ligt in seine Verteidigung zu stellen, vermutlich neben Hernandez.

Der Wechsel nach München hätte auch Vorteile für den jungen Niederländer. Denn zuletzt rückte Juventus vom eigenen Anspruch ab, die Champions League gewinnen zu wollen. Als de Ligt 2019 nach Turin kam, sollte Superstar Cristiano Ronaldo die alte Dame zum lang ersehnten Königsklassentitel führen, dem ersten seit 1996. Doch auch den Portugiesen gelang das nicht.

2020 holte Juve den Meistertitel der Serie A, danach reichte es nur noch für vierte Plätze. Auch in der Champions League haben es die Italiener in den letzten drei Jahren nicht bis ins Achtelfinale geschafft. Es endete alles gegen den FC Villarreal, den FC Porto und Olympique de Lyon, alle drei nicht gerade europäische Schwergewichte.

Beim FC Bayern sind die Chancen auf Titelgewinne angesichts der jüngeren Vergangenheit deutlich besser. Seit Juves letztem Champions-League-Sieg sicherte sich der deutsche Rekord dreimal den Titel (2001, 2013, 2020). Die Bayern haben kürzlich ihren zehnten Bundesliga-Titel in Folge gewonnen.

Mit dem Transfer von Sadio Mané gewann die Rekorde auch einen weiteren großen Namen. Hinzu kommen talentierte Neuzugänge wie Ryan Gravenberch im Mittelfeld und Noussair Mazraoui auf dem rechten Flügel.

Er gab mit de Ligt eine mündliche Zustimmung

Nach Informationen von „Sport1“ haben sich de Ligt und der FC Bayern bereits mündlich auf einen Fünfjahresvertrag bis 2027 geeinigt. Der Youngster von der Säbener Straße war bereits 2019 im Gespräch, entschied sich aber für den alten. Nun könnte es noch zu einer verspäteten Zusammenarbeit kommen.

Denn obwohl Juve das erste Angebot scheinbar abgelehnt hat, haben auch die Italiener großes Interesse an einem schnellen Deal. Der Wunsch des Spielers ist klar: De Ligt will nach München. Und auch die Turiner würden sich über die Millioneneinnahmen freuen. Denn nur so kann sich Juventus Kalidou Koulibaly (Neapel) leisten.

Daher wäre ein schneller Deal eine Win-Win-Situation für beide Klubs. Für den Fall, dass die Münchner mehr Umsatz erwirtschaften als die zuvor verkauften Omar Richards (8,5 Millionen Euro) und Marc Roca (12 Millionen Euro), etwa mit dem Abgang von Marcel Sabitzer oder Bouna Sarr, gibt es Spielraum, das Angebot für De zu schließen Pujada lleguera.

Allzu zögerlich dürften die Bayern aber nicht agieren: Auch Chelsea soll interessiert sein und auf ein Scheitern der Verhandlungen spekulieren.

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