Wegen der Hitze: Flüssen geht das Wasser aus, Kantone und Gemeinden schlagen Alarm

Aktualisiert am 12. Juli 2022, 20:28 Uhr

Wegen der Hitze: Flüssen geht das Wasser aus, Kantone und Gemeinden schlagen Alarm

In den kommenden Tagen wird es eine weitere Hitzewelle geben. Die Wasserstände in Schweizer Fliessgewässern sind bereits auf tiefem Niveau.

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Trockenperioden machen sich vor allem im Oberlauf der Töss bemerkbar. Dort trocknet das Flussbett immer wieder komplett aus.

20 Minuten / Ela Celik

Im Kanton Zürich will man sich einen Überblick über die Lage und die möglichen Auswirkungen der Dürre verschaffen und wird diese Woche berichten.

20 Minuten / Ela Celik

In einigen Kantonen und Gemeinden wurden bereits Massnahmen ergriffen.

20min / Matthias Spicher

Die nächste Hitzewelle rollt auf die Schweiz zu. Temperaturen von über 30 Grad sind ab Mittwoch schweizweit möglich. Die anhaltende Hitze führt zu Trockenheit – in Teilen des Tessins und Wallis besteht bereits eine erhebliche oder hohe Waldbrandgefahr – und zu Niedrigwasser in lokalen Gewässern. Vor allem Flüsse und Bäche sind von Knappheit bedroht. Laut Bundesamt für Umwelt (BAFEN) ist in den kommenden Tagen mit weiter sinkenden Wasserständen zu rechnen. «Die meisten Wasserstände sind unterdurchschnittlich. In der Westschweiz und der Alpensüdseite werden an verschiedenen Stationen Wassertropfen gemessen, die nur alle zwei bis fünf Jahre auftreten.

Auch die Ecken geben Alarm. «Die Wasserstände sind in den letzten Tagen stark gesunken», sagt der Kanton Aargau. Auch die Kantone Luzern, Freiburg, Basel-Stadt, Solothurn und Graubünden bestätigen Niedrigwasser. „Wir haben in verschiedenen Gewässern automatische Füllstandsmessstationen, mit denen wir den Wasserstand kontrollieren. Sie zeigen niedrigen Wasserstand, aber sie führen immer noch genug Wasser, weil wir noch keinen Alarm ausgelöst haben. Das kann sich aber in den nächsten Tagen ändern», sagt der Kanton Solothurn. Angesichts der nächsten Hitzewelle könnte es zu einer Verknappung des Oberflächenwassers kommen. Für Gewässer mit Entnahmen gibt es jedoch Notfallkonzepte mit festgelegten Schwellenwerten, unterhalb derer Entnahmen eingeschränkt oder untersagt werden können.

Kommunen fordern Wasserschutz

In einigen Ecken wurden bereits Maßnahmen ergriffen. Im Kanton Freiburg zum Beispiel: „Einzelne Gemeinden haben die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen oder sogar das Waschen von Autos, das Füllen des Pools oder das Gießen des Rasens verboten, damit genügend Trinkwasser für die Haushalte vorhanden ist“, sagt die Sprecherin. Rachel Brülhart. Der Grund: „Diese Gemeinden beziehen Wasser aus Grundwasser oder Quellen, die derzeit wegen fehlender Niederschläge knapp sind.“ Auch in einigen Luzerner Gemeinden wurde die Bevölkerung zum maßvollen Umgang mit Wasser aufgerufen. Gleiches gilt für das Tessin, wo die Plakate die Bevölkerung dazu auffordern, so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen. Im Kanton Zürich will man sich einen Überblick über die Lage und die möglichen Auswirkungen der Dürre verschaffen und wird diese Woche berichten.

Gemäss OFEN verfügt die Schweiz generell über genügend Wasserreserven. „80 Prozent des Trinkwassers werden aus Grundwasser gewonnen, der Rest aus Seen“, sagt OFEN. Auch bei Niedrigwasser steht noch genügend Grundwasser zur Verfügung. Bei kleineren lokalen Grundwasserreservoirs und Quellen kann es jedoch in Trockenperioden zu Engpässen kommen. Deshalb wird immer wieder zum Wassersparen aufgerufen.

Niedrige Wasserstände bedrohen auch das Leben von Fischen. Der Kanton Schaffhausen ist diesbezüglich tätig geworden. „Anhaltend hohe Wassertemperaturen am Rhein und niedrige Wasserstände erhöhen den Druck auf die Fischbestände, insbesondere auf Thymian und Forellen, ständig. Viele Thymian, die ums Überleben kämpfen, ziehen sich nun an kältere Orte, wie Bachmündungen und Grundwasserspeicher, zurück.“ Aufgrund des erwarteten erneuten Anstiegs der Lufttemperaturen in den kommenden Tagen begann am Dienstag der Holznotfallplan. Unter anderem werden Flussmündungen und Grundwasserreservoirs künstlich verbreitert, um die Überlebenschancen des Thymians zu verbessern.

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