Stand: 23.07.2022 12:14 Uhr
Die Gaskrise und die Inflation machen das Energiesparen zu einem zentralen Thema. Für wen lohnt sich die Anschaffung eines neuen Kühlschranks oder einer Waschmaschine? Und mit welchen einfachen Mitteln lässt sich viel Strom sparen?
Aktuell fordern die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur immer wieder Energieeinsparungen. Dies gilt nicht nur für den Gasverbrauch. Aufgrund der aktuellen Strompreise und der hohen Inflation fragen sich Verbraucher auch, ob manche Elektrogeräte zur Kostenfalle werden könnten. Die Verbraucherzentrale rät, einen Blick auf den Energieverbrauch von Geräten im Haushalt zu werfen. Dazu können Stromzähler bei Beratungsstellen ausgeliehen werden. „Gerade bei älteren Geräten kann ein deutliches Einsparpotenzial durch den Austausch gegen ein neues, leistungsfähigeres Gerät liegen“, sagt Sören Demandt von der Verbraucherzentrale NRW.
Die Online-Datenbank bietet Orientierung
Doch für wen lohnt sich ein Neukauf? Gisela Renner, Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes der Energieberater im Gebäude Nordrhein-Westfalen, konsultiert die Website spargeraete.de. In einer Online-Datenbank werden die günstigsten am Markt verfügbaren Waschmaschinen, Trockner, Waschmaschinen, Geschirrspüler und Kühlschränke aufgelistet, sortiert nach Energieverbrauch oder Gesamtkosten über die Lebensdauer der Geräte.
Um herauszufinden, wie viel Geld man sparen kann, muss man den Verbrauch des eigenen Geräts für 24 Stunden oder eine Woche messen und dann auf das Jahr hochrechnen. Renner empfiehlt, diesen Wert mit dem aktuellen Strompreis zu multiplizieren und dann mit den Angaben auf dem Neugerät zu vergleichen.
Der Kühlschrank ist der größte Stromverbraucher
Verbraucherberater Demandt hat vor allem Kühlgeräte im Blick. „Kühlschränke, die älter als 15 Jahre sind, verbrauchen im Schnitt so viel, dass es meist sinnvoll ist, sie auszutauschen. So spart beispielsweise der Austausch eines 15 Jahre alten Kühlschranks durch ein Gefrierfach durchschnittlich 120 Kilowattstunden pro Jahr ein“, sagt er . Antragsteller „Eine oft nicht bedachte Maßnahme, die aber viel beitragen kann, ist der Austausch der alten Heizungspumpen: Hier lassen sich bis zu 130 Euro im Jahr einsparen“, sagt Demandt. Sie geht von einem Strompreis von 33 Cent pro Kilowattstunde aus.
Auch Trockner gehören zu den Geräten mit besonders hohem Verbrauch. Daher sollten sie nur verwendet werden, wenn eine Lufttrocknung nicht möglich ist. Bei häufiger Nutzung empfiehlt es sich, bei der Geräteauswahl auf einen besonders niedrigen Verbrauch zu achten. Bei anderen Geräten lohne sich der Austausch von Arbeitsgeräten oft ökonomisch und ökologisch nicht, warnt Demandt.
In Haushalten findet sich immer mehr Unterhaltungselektronik
Neben Haushaltsgeräten hat die Geschäftsführerin des gemeinnützigen Beratungsunternehmens Co2online, Tanja Loitz, auch die Unterhaltungselektronik im Blick. Es verbraucht auch viel Strom. Hier bietet es sich an, schaltbare Steckdosenleisten einzusetzen, um Geräte bei Nichtgebrauch vom Netz zu trennen.
Wie viel Strom und Energie durch den Austausch von Geräten eingespart werden kann, hängt von der persönlichen Situation des Haushalts ab. “Wie groß ist Ihr Zuhause, wie alt sind die Geräte, wie ist das Nutzerverhalten?” Durch den Austausch eines alten Kühlschranks gegen einen neuen der höchsten Energieeffizienzklasse erreicht Loitz sogar 240 kWh Strom, was umgerechnet rund 70 Euro pro Jahr wären. „Der Einsatz einer Wassersparbrause wird völlig unterschätzt. Erwärmt man das Wasser mit einem Durchlauferhitzer, also mit Strom, spart ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mehr als 200 Euro im Jahr. Mit der aktuellen Steigerung.“ bei den Strompreisen können die Einsparungen deutlich höher ausfallen”, erklärt Loitz.
Achten Sie beim Neukauf auf den Energieverbrauch
Co2online hat festgestellt, dass trotz immer energieeffizienterer Geräte der Energieverbrauch in Privathaushalten in den letzten Jahren kaum gesunken ist. Dies liegt vor allem daran, dass die meisten Haushalte immer mehr elektronische Geräte haben, zum Beispiel einen Laptop oder ein Tablet pro Person statt einen Computer für alle. Hinzu kommen immer mehr Erweiterungen einzelner Systeme. Dazu gehören beispielsweise Soundsysteme oder leistungsstarke Grafikkarten, die ebenfalls Strom verbrauchen.
Wer über eine Neuanschaffung nachdenkt, sollte unbedingt seinen Energieverbrauch im Auge behalten. „Elektrogeräte mit der höchsten Energieeffizienzklasse sind vielleicht etwas teurer in der Anschaffung. Dafür sparen sie langfristig deutlich mehr und entlasten auch noch das Klima. Also weg von günstigen Neuanschaffungen mit niedrigen Effizienzklassen, “, rät Loitz.
Energieberater Renner rät, alle Haushaltsgeräte zu prüfen. „Grundsätzlich sollte man sich gerade bei Kühlschränken fragen: Hat das Gerät noch die richtige Größe, brauche ich noch das Zweitgerät im Keller?“ Auch Unterhaltungselektronik und Beleuchtung sollten Sie prüfen. „Viele nutzen bereits LEDs, übersehen dabei aber die immer größer werdende Anzahl an Fernsehern oder Gaming-PCs. Erhöht man die Ausstattung und Größe, kann das auch zu einem höheren Energieverbrauch führen“, sagt Renner.
Sparen Sie Energie, indem Sie das Richtige tun
Glühlampen sind in Haushalten eine Seltenheit, aber Halogenlampen sind immer noch weit verbreitet. Die Verbraucherzentrale hat errechnet, dass der Austausch von Halogenlampen durch sparsame LEDs rund 85 Prozent der benötigten Energie einspart: Die Einsparung beim Austausch von zehn Halogenlampen durch LEDs mit einer Brenndauer von 500 Stunden pro Jahr beträgt also 180 Kilowattstunden pro Jahr zu sagen, etwa 60. Euro.
„Es muss nicht gleich die Investition sein: Auch eine Verhaltensänderung kann den Stromverbrauch um zehn bis 15 Prozent senken. Dazu gehört das Abtauen des Gefrierfachs und das richtige Befüllen der Waschmaschine“, sagt Loitz.
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