Energiesparen: Keine heißen Duschen mehr – Hannover stellt das Warmwasser ab

– Keine heißen Duschen mehr – Hannover stellt das Warmwasser ab

Die niedersächsische Landeshauptstadt hat als erste deutsche Großstadt ein Maßnahmenpaket zur Senkung des Energieverbrauchs auf den Weg gebracht. Betroffen sind unter anderem Sporthallen und Schwimmbäder.

Veröffentlicht: 28.07.2022, 18:26

Der vielleicht positive Effekt: Kalten Duschen werden unglaubliche gesundheitliche Vorteile nachgesagt.

Symbolfoto: Keystone

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover will auf die drohende Gasknappheit reagieren und hat ein Maßnahmenpaket zum Energiesparen auf den Weg gebracht.

Das Paket beinhaltet sowohl die Schließung aller öffentlichen Brunnen als auch den Stopp der Gasheizung in städtischen Bädern. Schwimmbadduschen und Freibäder werden in Zukunft kalt bleiben, warmes Wasser aus Pavillon- und Turnhallenduschen aber auch nicht.

Ziel sei es, Hannovers Energieverbrauch wegen der drohenden Gasknappheit um 15 Prozent zu senken, sagte Oberbürgermeister Belit Onay am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Die Situation ist unvorhersehbar, man ist verantwortlich und man muss vorankommen. „Jede eingesparte Kilowattstunde schont den Gasspeicher“, sagte der Grünen-Politiker.

Zudem ist laut Onay die Umgebungstemperatur in kommunalen Gebäuden auf maximal 20 Grad begrenzt, für Technik- und Lagerräume gilt eine Bandbreite von 10 bis 15 Grad. Auch auf die nächtliche Beleuchtung von Rathaus, Museen und anderen Sehenswürdigkeiten wird verzichtet.

Berlin schaltet in 200 Points of Interest das Rampenlicht aus

Auch Berlin geht in den Sparmodus. Um Energie zu sparen, werden in insgesamt 200 bekannten Gebäuden die Heizkörper abgeschaltet. Sechs Gebäude und Wahrzeichen sind nach Angaben des Umweltsenats seit Mittwoch nicht mehr beleuchtet. Dazu gehören der Dom und die Marienkirche.

Die Beleuchtung der 200 Gebäude und der daran angeschlossenen 1.400 Strahler wird in drei bis vier Wochen abgeschaltet. Deshalb sollten Mitarbeiter eines Elektrounternehmens jeden Tag 100 bis 120 Scheinwerfer ausschalten, aber nicht abbauen. Unter anderem die Siegessäule, die Staatsoper, das Rote Rathaus und das Schloss Charlottenburg werden nicht mehr beleuchtet.

„Angesichts des Krieges gegen die Ukraine und der Bedrohung durch Russlands Energiepolitik ist es wichtig, dass wir mit unserer Energie so sorgsam wie möglich umgehen“, sagte Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne). Dies gilt auch und gerade für den öffentlichen Sektor. In dieser Situation sei das Abstellen der Heizkörper “vertretbar, auch um einen sichtbaren Beitrag zu leisten”.

rot

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