Im Bieterverfahren verlor die OMV 100 Prozent der Anteile an der Thermoplast-Sparte der Royal DSM NV. „OMV hat gerade erfahren, dass Koninklijke DSM NV beschlossen hat, das Geschäft mit technischen Materialien von DSM an einen anderen Bieter zu verkaufen“, sagte OMV. Das Kunststoffgeschäft von DSM wird von einem Joint Venture zwischen dem deutschen Chemiekonzern Lanxess und der Advent-Holding übernommen.
Damit treibt Lanxess seine Restrukturierung mit der Perspektive voran, sich aus dem Geschäft mit Hochleistungskunststoffen für die Automobil- und Elektronikindustrie zurückzuziehen. Der MDAX-Konzern bringt diesen Geschäftsbereich in das Joint Venture mit Advent ein, das gleichzeitig das Engineering-Materials-Geschäft des niederländischen Konzerns Royal DSM in einem Milliardendeal übernimmt.
„Lanxess ist wieder unabhängiger von konjunkturellen Schwankungen“, sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert am Dienstag. Der Schritt kam bei den Anlegern gut an. Die Aktien sind stark gestiegen. Kurz nach Handelsbeginn stiegen sie um 11 Prozent auf 43,42 Euro. Der jüngste Erholungsversuch gewann an Fahrt, nachdem die Zeitungen bis Anfang Mai von wirtschaftlichen Problemen wegen der hohen Inflation, dem Krieg in der Ukraine und den harten Maßnahmen der chinesischen Krone hart getroffen wurden. Bis 2022 ergibt sich daraus immer noch ein Preis von weniger als mehr als einem Fünftel.