30. Juli 2022 um 19:32 Uhr von Manuel Christa – Schluss mit dem Mythos der Millisekunden-Reaktionszeit! Es gibt praktisch keinen Gaming-Monitor, der nicht damit wirbt. Diese Informationen sind fast nie korrekt oder zumindest in gewisser Weise irreführend, behaupten wir. Daher möchten wir die Reaktionszeit der Monitore erläutern, inklusive der (Marketing-)Begriffe rund um „GtG“ oder „MPRT“.
Die Reaktionszeit des Monitors wird jedoch oft mit Input-Lag verwechselt. Dieser Begriff wird üblicherweise verwendet, um die Gesamtverzögerung des Signals zu beschreiben. Dies liegt daran, dass es keine Standard- oder feste Definition der Eingangsverzögerung gibt. Beim Monitortest beschreibt die Signalverzögerung den Teil zwischen einem fertig berechneten Bild und der Anzeige auf dem Monitor. Dies schließt die Pixelreaktionszeit ein, ist aber ein Indikator dafür, wie viel von einem Streifen von Objekten sich bewegt, dh wie lange die Warteschlange ist, die sie ziehen.
Auf einem Monitor mit 8 Bit Farbtiefe kann jedes der drei roten, grünen und blauen Subpixel bis zu 256 Farben darstellen (28). Mit einer beliebigen Kombination davon (256³) kann ein Pixeltrio 16,7 Millionen Farben darstellen. Aus den unzähligen möglichen Kombinationen bzw. Änderungen, also auch den tatsächlichen Reaktionszeiten, müssen Stichproben gezogen werden, die letztlich auch den Aufwand in Grenzen halten. Wir haben Schwarz, Weiß und drei Graustufen (25, 50 und 75 Prozent) für einen signifikanten Messbereich ausgewählt. Wir messen die Reaktionszeit der Veränderung der 20 möglichen Kombinationen der fünf Farben und erkennen so das Verhalten sowohl bei niedrigen als auch bei hohen Kontrasten.
Erfahrungsgemäß verringert sich die Reaktionszeit bei mittlerer Übersteuerung tendenziell deutlich, das Bild ist also sichtbar weniger kratzig. Die höchste Stufe ist selten praktikabel, da die Bildqualität durch zu starkes Overdrive noch schlechter ist als ohne Overdrive. Im regelmäßigen Monitortest prüfen wir mit dem Ghosting-Test von testufo.com den besten Overdrive-Kompromiss und messen damit jetzt auch Reaktionszeiten.