Aus . – 31.07.2022 18:12 (31.07.2022 18:34)
Die Fallzahlen der Affenpocken in Wien steigen. ©REUTERS/Dado Ruvic/Illustration (Symbolbild)
Affenpockeninfektionen sind in Wien auf dem Vormarsch. Es wird empfohlen, die ersten Anzeichen zu erkennen und sich impfen zu lassen.
Obwohl die ersten beiden Todesfälle durch Pocken in Spanien verzeichnet wurden, nehmen die Infektionen auch in Wien zu. 89 Prozent der Fälle von Affenpocken betreffen Männer, die Sex mit Männern haben.
Allein ein Hautarzt im 7. Wiener Gemeindebezirk würde vier bis sechs Fälle pro Woche diagnostizieren. Der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Gerold Felician Lang hat ein Büro in Wien-Neubau. Der Facharzt hat in seiner Praxis zuletzt eine Zunahme von Affenpocken-Fällen festgestellt.
Affenpockeninfektionen sind in Wien auf dem Vormarsch
Gab es vor einem Monat noch maximal eine Person mit Verdacht auf eine Affenpocken-Infektion, sind es in Langs Praxis jetzt vier bis sechs Patienten pro Woche, die an Pocken erkrankt sind. Nach Angaben des Gesundheitsrates des Magistrats gab es bisher 85 Fälle von Pocken in Wien. Derzeit gibt es 44 aktive Fälle, 41 Menschen haben sich bereits von einer Affenpocken-Infektion erholt. Die Infizierten sind alle Männer und zwischen 20 und 55 Jahre alt. Vier Personen befinden sich vorsorglich im Krankenhaus
Dermatologe Lang: Infizierte kamen oft zu spät
Laut Hautarzt Lang kommen Infizierte oft zu spät. Er empfiehlt, einen Arzt aufzusuchen, wenn Sie riskante Kontakte hatten, z. B. Sex mit jemandem, den Sie nicht kennen, und sich krank fühlen und große, schmerzhafte Lymphknotenschwellungen entwickeln. Die Infektion kann auch Frauen betreffen, obwohl sie hauptsächlich Männer betrifft. Körperkontakt würde reichen, man müsse keinen Sex haben, um sich anzustecken, sagt Lang.
1.200 Affenpocken-Impfungen in Österreich möglich
Die AIDS-Hilfe Wien hat jetzt Tipps zum Umgang mit Affenpocken in den sozialen Medien gepostet. Impfstoffe wären schön, aber sie sind noch rar. Aktuell können in Österreich 1.200 Personen geimpft werden. Dermatologe Lang bezweifelt, dass der „alte“ Pockenimpfstoff einen 85-prozentigen Schutz gegen Pocken bietet, da die Studie aus den 1980er Jahren stammt.