„Großer technischer Fehler“: Spahn kritisiert geplante Ampelgaszuteilung

Aktualisiert am 05.08.2022 07:36

  • Am Donnerstag einigte sich das Kabinett auf den Gastarif, der ab Herbst zu Preiserhöhungen für Gaskunden führen wird.
  • Kritik kommt aus den Reihen der CDU/CSU: Die Union wolle die Quote so nicht hinnehmen.
  • Unions-Fraktionsvize Jens Spahn sprach von “erheblichen technischen Fehlern”.

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Die Union will eine staatliche Regulierung für eine staatliche Gasumlage nicht akzeptieren. „Der jetzt im Bundeskabinett beschlossene Benzintarif weist erhebliche technische Fehler auf. Er ist auch nicht gerecht“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Jens Spahn, der dpa. Menschen mit niedrigem Einkommen warten seit Monaten auf echte Erleichterung. Das geht nicht zusammen.

Spahn fügte hinzu: „Es ist schon fast zynisch, dass der Staat am Sondertarif noch Geld über die Mehrwertsteuer verdient. Bürger zahlen bis zu 100 Euro mehr, als sie sollten. Der zweite geplante Tarif, der Speichertarif, würde für Verbraucher zusätzliche Kosten verursachen.“ Licht hier nicht schnell besser wird, werden wir den Deutschen Bundestag bitten, diese Verordnung zur Gassteuer aufzuheben”, sagte der CDU-Politiker.

Wirtschaftsministerium zum Gastarif: Wichtig ist, dass keine Mehrwertsteuer erhoben wird

Aus Kreisen des von Robert Habeck (Grüne) geführten Wirtschaftsministeriums hieß es, es sei wichtig, dass die Mehrwertsteuer nicht im Satz erhoben werde. “Es ist nicht übertragbar.” Aber hier liegt die Verantwortung beim von der FDP geführten Finanzministerium. Dies sollte überprüfen, wie es funktioniert.

Kritik an dem Aufpreis kam auch aus der Branche. VDA-Präsidentin Hildegard Müller räumte ein: “Die beschlossene Gastarifregelung ist ein notwendiges Übel, um die Energieversorgung Deutschlands aufrechtzuerhalten.” Aber: Für eine faire Lastenteilung hätte die Bundesregierung die Energiewirtschaft stärker in die Pflicht nehmen müssen. Stattdessen müssen Unternehmen und private Verbraucher maßlos belastet werden.

Der Chef des Verbandes der Automobilindustrie forderte weitere Entlastungen für die Branche, etwa eine Senkung der Stromsteuer. Zudem ist eine Erschwernisregelung notwendig, um Belastungen auszuschließen, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten.

Die Energieverbände BDEW und VKU forderten die Bundesregierung zu Nachbesserungen auf. In einem der dpa vorliegenden Schreiben an Habeck warnten sie davor, dass die Preisanpassung bei Kunden mit Nichtanpassungsverträgen erst am 1. Oktober durchgesetzt werden könne. Davon sind durchschnittlich rund 25 Prozent der inländischen Kunden betroffen. Bei Festpreisverträgen besteht die Gefahr des Totalausfalls, wenn die Zuteilung nicht vertraglich übertragbar ist. „Für Energieversorger entstehen dadurch erhebliche Liquiditätsprobleme, die aufgrund der ohnehin angespannten Finanzlage auch zu einer Insolvenz führen können.“

Das Kabinett einigte sich am Donnerstagabend auf den Gaspreis

Am Donnerstagabend hatte das Kabinett den Gastarif beschlossen, der ab Herbst zu Preiserhöhungen für Gaskunden führen wird. Habeck sagte, die Entscheidung der Bundesregierung zur Übergangssteuer werde und müsse mit zusätzlichen Entlastungen für die Bürger einhergehen.

Mit der Umlage will die Bundesregierung verhindern, dass Importeure an den stark reduzierten russischen Gaslieferungen untergehen. Sie soll ab Anfang Oktober greifen und Gasversorgern wie Uniper zugute kommen, die fehlende und billigere Gasmengen zu hohen Preisen aus Russland ersetzen müssen. Bisher können Sie diese Mehrkosten jedoch nicht weitergeben; dies muss über die Gebühr erfolgen. Uniper steckte in der Finanzkrise, die Bundesregierung hatte ein Rettungspaket von einer Milliarde Euro beschlossen.

Die Verordnung soll Mitte August in Kraft treten. Es ist unklar, wie hoch die Steuer ist und wann genau sie die Verbraucher erreichen wird. Die Höhe der Umlage ist erstmals vor dem 15. August 2022 festzulegen. Die Höhe richtet sich nach dem Verordnungsentwurf maßgeblich nach Menge und Preis des als Ersatz zu beschaffenden Gases und Bedarfs. Habeck hatte eine Bandbreite von 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde genannt. (pak/dpa)

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