Die wichtigsten Fragen zum Griner-Urteil
Muss ein Basketballspieler in Russland wirklich neun Jahre ins Gefängnis?
Die Basketballspielerin Brittney Griner sitzt neun Jahre in Russland hinter Gittern. Ob die USA einen Gefangenenaustausch vermitteln können, ist derzeit unklar.
Ein russisches Gericht hat die US-Basketballerin Brittney Griner (31) zu neun Jahren Haft verurteilt. Blick beantwortet die wichtigsten Fragen zum umstrittenen Prozess.
Was hat Griner getan?
Die zweimalige Olympiasiegerin Brittney Griner wurde im Februar vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen, nachdem Sicherheitskräfte Cannabisöl in ihrem Gepäck gefunden hatten. Es sollen 0,5 Gramm gewesen sein. Dies galt als illegaler Drogenbesitz. Sein Anwalt erklärte, sein Arzt habe ihm Sportleröl als Schmerzmittel verschrieben. In Russland ist Cannabis jedoch auch für medizinische Zwecke verboten.
Wie lautet das Urteil?
Griner wurde des Drogenhandels für schuldig befunden. Sie wurde zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem muss er eine Busse von rund 16’000 Franken bezahlen. Die Staatsanwaltschaft hat neuneinhalb Jahre Haft gefordert.
Hat eine Ressource eine Chance?
Das Anwaltsteam des Basketballspielers kündigte unmittelbar nach dem Urteil an, Berufung einzulegen. Ob dies zu einer Reduzierung der Haftstrafe führen wird, ist jedoch höchst zweifelhaft. Ein möglicher Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA dürfte wahrscheinlicher werden.
Wie hat Biden reagiert?
Unmittelbar nach dem Urteil sprach der Präsident der Vereinigten Staaten, Joe Biden. Er bezeichnet das Urteil als „inakzeptabel“. Brittney wird versehentlich verhaftet. „Ich bitte Russland, ihn sofort freizulassen, damit er bei seiner Frau, seinen Lieben, Freunden und Teamkollegen sein kann“, sagte Biden. Das Urteil wird im Westen politisch verstanden, um dem Erzfeind USA entgegenzutreten.
Wirst du handeln?
Das ist bisher nicht klar. Die USA versuchen, Griner und den ebenfalls in Russland inhaftierten ehemaligen US-Soldaten Paul Whelan durch einen Gefangenenaustausch zu befreien. Im Gegenzug will Russland den Russen Wadim Krasikow zurückgeben, der in Deutschland wegen Mordes an Tiergarten zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Und der russische Außenminister Sergej Lawrow ist offen: „Wir sind bereit, dieses Thema im Rahmen des von den Präsidenten Putin und Biden vereinbarten Kanals zu diskutieren.“ Es bleibt abzuwarten, ob dies geschehen wird. (AFP/mam)