Daniel Ballmer und Gianna Blum
Vorbei sind die Zeiten, in denen Sie Ihre Covid-Bescheinigung automatisch an die Schweizer Grenze mitnehmen mussten. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass der Impftest für zukünftige Reisen nicht erforderlich ist; es ist zu ungewiss, was Crown bringen kann. Früher oder später laufen auch die Zeugnisse der Aufsteiger ab, was die Tourismusbranche beunruhigt.
Damit stellt sich die Frage nach einer zweiten Verstärkung für Reisende. Geht es nach der Landesregierung, sollten Reisende in die Tasche greifen. Sie schlägt den Kantonen ein Selbstzahlersystem für diejenigen Impfstoffe vor, die von den Behörden nicht empfohlen wurden.
Zu viel Aufwand
Dieser Vorschlag wird jedoch von mehreren Kantonen als nicht durchführbar in die Luft gesprengt. Laut Kanton Zürich ist der Aufwand «in keiner Weise zu rechtfertigen». Klingt nach St. Gallen, Basel-Stadt, Appenzell Ausserrhoden oder Solothurn. Tariftourismus wird befürchtet, wenn die Preise je nach Kanton unterschiedlich erhoben werden. Solothurn weist sogar darauf hin, dass die Kosten auf Kantonsebene getragen werden. Auch Basel-Stadt weist darauf hin, dass Impfstoffe, die noch vom Bund gelagert werden und sowieso bald ablaufen, keine Option sind, Menschen zur Kasse zu bitten.
Nicht alle wehren sich dagegen: Für die Thurgauer Regierung beispielsweise ist klar, dass jeder die vierte Schaufel für seine Gesundheit, aber für die eigene Reiselust einstecken muss. . . Auch Baselland ist grundsätzlich offen. Allerdings schlägt der Mittelkanton vor, mindestens bis Herbst zu warten, dann sei auch mit «stabileren Impfempfehlungen» zu rechnen.
Ausstehende Empfehlung
Der Schmerzpunkt der Impfempfehlung taucht immer wieder in den Konsultationsantworten auf. Es ist anzunehmen, dass die zweite Verstärkung nur für ältere und gefährdete Personen empfohlen wird. Aber wenn die Eidgenössische Impfkommission (Ekif) und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfehlen, die gesamte Bevölkerung wieder aufzurüsten, wäre ein Selbstzahlersystem natürlich sofort obsolet.
Noch ist nichts entschieden. Bisher haben die Behörden nur eine Empfehlung für Menschen mit einem besonders geschwächten Immunsystem ausgesprochen. Die Behörden kündigten kürzlich an, dass sie “spätestens in den Sommerferien” über die Impfempfehlung für den kommenden Herbst und Winter informiert werden. Die zweite Bewehrung ist in der Schweiz noch nicht zugelassen.
Jeder 20. Deutsche wurde viermal geimpft
Während in der Schweiz noch über die Finanzierung und die Notwendigkeit eines zweiten Impulses diskutiert wird, sind andere Länder schon länger auf dem Vormarsch. Beispiel Deutschland: Die Bundesregierung fordert seit langem Menschen über 70 oder Risikogruppen auf, sich möglichst bald im vierten Quartal impfen zu lassen. Die Impfkommission warnte davor, dass an die Omicron-Variante angepasste Impfstoffe nicht zu erwarten seien.
Erst kürzlich hat die Bundesregierung beschlossen, die zweite Verstärkung allen zur Verfügung zu stellen. Im landesweiten Durchschnitt haben mehr als 5,5 Prozent der Menschen eine zweite Auffrischungsimpfung erhalten.
Auch das benachbarte Frankreich gibt Gas. Anfang April kündigte Gesundheitsminister Olivier Véran (42) an, dass auch Personen über 60 Jahren mit einer zweiten Auffrischungsimpfung geimpft werden könnten. Bis dahin war diese Dosis Menschen über 80 Jahren vorbehalten.
Die zweite Verstärkung sollte viel mehr schützen
Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat den vierten Punkt für alle Menschen über 80 Jahren empfohlen. Österreich hat die Empfehlung um Risikogruppen ergänzt. Die USA hingegen sehen die Altersgrenze bereits bei 50.
Vorreiter ist hier einmal mehr Israel, wo seit Monaten eine zweite Verstärkung in die gesamte Bevölkerung gespritzt wird. Erfolgreich: Studien belegen, dass der Schutz vor einer Kroneninfektion bei vierfach geimpften Personen doppelt so hoch ist wie bei dreifach geimpften Personen.
Die Kantone sind besorgt
Schweizer Gesundheitspolitiker und die kantonale Konferenz der Gesundheitsdirektoren (GDK) haben bereits Bedenken geäussert, dass die Schweiz zu spät reagieren wird. GDK-Präsident Lukas Engelberger (47) fordert seit Wochen Klarheit, damit sich die Kantone rechtzeitig vorbereiten können.