Gepostet am 25. Mai 2022, 4:34 Uhr
Fantasy Basel ist die Spitze der Schweizer Cosplay-Community. Sexuelle Belästigung ist bei diesen Veranstaltungen jedoch allgegenwärtig. Deshalb geht Cosplayerin Romina nur mit einem männlichen Partner auf Comic-Conventions.
1/6
Auf praktisch jeder Comic-Convention werden Menschen ungefragt belästigt, berührt oder fotografiert. Cosplayerin Romina geht deshalb am liebsten mit ihrem Freund auf Events.
20 Minuten / Steve Last
„Frost wird es immer geben. Deshalb möchte ich, dass mein Verkaufsstand ein ‚sicherer Ort‘ ist“, schreibt er in seiner Instagram-Story.
Bildschirmfoto
Auch Mei kennt das Problem: „Oft wird vergessen, dass hinter der abgebildeten Figur ein Mensch steckt, der nicht nur berührt werden will.“
@domifabienne
Mit ihren aufwändigen Kostümen sind sie die eigentlichen Protagonisten der Szene. Gemeint sind Cosplays, bei denen man in eine Figur schlüpft, die meist einem Comic, einer Serie oder einer Spielfigur entlehnt ist. Am Himmelfahrtswochenende trifft sich die Schweizer Gaming- und Cosplay-Community erneut in Basel zur Fantasy, der grössten Comic-Convention der Schweiz. Es gibt jedoch ein Problem mit missbräuchlichem Verhalten am Tatort. Sexuelle Belästigung, unerbetenes Fotografieren, Herzrasen, Regie und Sammeln sind für Cosplayer auf Comic-Kongressen üblich.
Vor der Fantasy Basel sprach 20 Minutes mit drei Cosplayern, die Ähnliches erlebt hatten. „Ich gehe nur mit meinem Freund zu Comic Cons, weil sie mich nicht anfassen“, sagt die bekannte Cosplayerin Romina (29). „Nachdem ich unaufgefordert fotografiert wurde, während ich meine selbstgemachte Brust kräuselte, war das Fass voll. Schade, dass mein Freund dabei sein muss, damit ich keine Angst bekomme.”
“Sie nutzen solche Ereignisse, um uns ungefragt berühren zu können.”
Danii, Cosplayerin
Auch Cosplayer Danii kennt das Problem: „So etwas erlebe und beobachte ich jedes Jahr auf jeder Convention. Oft handelt es sich um ältere Männer mit überteuerter Kameraausrüstung und Fehlverhalten. Sie nutzen diese Events, um uns anfassen zu können oder uns ungefragt anzufassen, zum Beispiel weil sie uns anhand einer Fotopose beurteilen wollen, anstatt uns verbal zu belehren“, sagt sie. Auch Romina hat eine solche Situation erlebt: „Wann Ich bat den Mann, meine Hüfte nicht ungefragt anzufassen, er ignorierte mich einfach und ging mit meinen Freunden weiter, die für das Foto eingeplant waren.”
Fantasy-Enthusiastin Mei ergänzt: „Oft wird vergessen, dass hinter der abgebildeten Figur ein Mensch steht, der nicht nur berührt werden möchte.“ Cosplayer porträtieren oft Charaktere aus japanischen Spielen oder Animationsfilmen, die Anime genannt werden. Sie verbringen mehrere Stunden damit, Kostüme und Accessoires herzustellen. Unaufgefordertes Berühren oder Fotografieren ist verboten. „Ich habe bereits 400 Stunden in Waffen investiert. Es ist nicht möglich, dass dies später ungefragt passiert“, sagt Danii.
Erstaunlich sei auch, fügt Romina hinzu, dass sich zwar die Situation für sie verbessere, wenn ihr Freund da sei, die Gäste dann aber ihre Zustimmung einholen wollten: „Man hat nicht das Gefühl, ernst genommen zu werden, wenn man es getan hat. die ganze Arbeit und wird am Ende nicht mit Respekt behandelt“, sagt der Spielbegeisterte.
“Bei Fehlverhalten ist mit einer sofortigen Räumung der Räume und einer Ausstellung zu rechnen.”
Anouk Brunner, Mediensprecherin Fantasy Basel
Das Organisationskomitee der Fantasy Basel scheint sich des Problems bewusst zu sein. Für Conventions gibt es ab dem zweiten Veranstaltungsjahr einen „Code of Respect for Cosplay“, der die Besucher auf einen Verhaltenskodex aufmerksam macht. „Wenn Sie sich belästigt fühlen, können Sie den Sicherheitsdienst oder unsere Freiwilligen und Informationsstände informieren. Das Verfahren hängt dann vom Fall und den Informationen ab, die wir erhalten. Den Autoren ist es wichtig, sich selbst möglichst genau beschreiben zu können“, schrieb Fantasy-Sprecherin Anouk Brunner auf Anfrage und betonte: Bericht. erwartet werden. Uns ist sehr wichtig, dass sich alle bei uns wohlfühlen.”
Werden Sie oder jemand, den Sie kennen, sexuell belästigt?
Belästigt.ch, Online-Beratung zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz