Die CDU schlägt Shutdown-Alarm |
“Bürger sind keine Versuchskaninchen!”
Haben wir im Winter stundenlange Stromausfälle?
Dieses an Entwicklungsländer erinnernde Szenario formulierte die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey (44, SPD), in der ZDF-Talkshow „Lanz“ – und sorgte für große Aufregung.
Wörtlich sagte Giffey, wenn es darum geht, Systeme vor Überlastung zu schützen: “Wenn Sie an bestimmten Stellen zwei Stunden lang ohne Strom sein müssen, drei Stunden lang, dann ist das ein vertretbares Szenario.” Und auch: “Aber es ist jetzt nichts Dringendes.”
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Städte sollten sich laut Giffey mit Notfallplänen auf alle Situationen vorbereiten. Aber „nicht in dem Sinne, dass dies mehr oder weniger übermorgen passieren wird, sondern im Sinne von ‚wie können wir das vermeiden‘“.
Nur wenn mehrere Szenarien gleichzeitig eintreten, drohen Stromausfälle.
Julia Klöckner: „Die Regierung muss die Bevölkerung vor Stromausfällen schützen“
Hintergrund: Experten warnen zum Beispiel vor einem Stromkollaps, wenn zu viele Heizlüfter gleichzeitig eingesteckt sind. Das Bundesamt für Katastrophenhilfe rät den Bürgern unter anderem, sich mit Kerzen und Taschenlampen einzudecken.
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Gewerkschaftswirtschaftsexpertin und ehemalige Ministerin Julia Klöckner (49, CDU) hält es grundsätzlich für einen Fehler, „den Strom stundenlang abzuschalten und sich daran zu gewöhnen“. Stattdessen sollten „Kohlekraftwerke ausgebaut“ und „Atomkraftwerke länger laufen gelassen werden“. Klöckner zu BILD: „Bürger sind keine Versuchskaninchen!“
Und weiter: „Man kann zu Recht ernsthafte und umfassende Bemühungen unserer Bundesregierung erwarten, die Bevölkerung vor einem Blackout zu schützen.“
Stattdessen fordert Klöckner: „Es braucht einen ernsthaften Krisengipfel: Ideologie wegwerfen, Pragmatismus reinbringen, es geht auch um Frieden in unserer Gesellschaft!“
Die Heizlüfter betreffen
Gerd Landsberg, Vorsitzender des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, warnte Anfang September in der „Welt am Sonntag“ vor Stromausfällen: „Es drohen Stromausfälle.“ Er betonte: „Wir können flächendeckende Stromausfälle nicht ausschließen.“
Es ging auch um Heizungen.
Eine Überlastung des Stromnetzes, „wenn beispielsweise die in diesem Jahr 650.000 verkauften Heizlüfter“ bei einem Ausfall der Gasversorgung „ans Netz gehen“, oder Angriffe feindlicher Hacker seien „realistische Szenarien“, sagt Landsberg.