Von Steinen festgehalten: Deutscher endlich aus Irak-Gefängnis entlassen!

Bagdad/Berlin – Volker Waldmann (60) reiste als Tourist in den Irak und bestaunte seine antiken Stätten. Aber als sein Urlaub vorbei war und er in seinem Haus wartete, wurde er als gewöhnlicher Schmuggler festgenommen. Aufgrund zweier Artefakte im Koffer landete der Deutsche im irakischen Gefängnis! Der Deutsche fürchtete sogar die Todesstrafe.

Jetzt, nach monatelanger Sorge, sprach das Gericht den Touristen frei!

„Mein Mandant weinte, als der Dolmetscher ihm mitteilte, dass das Gericht ihn für nicht schuldig befunden hatte. Ich habe mich sehr über die Nachricht gefreut. Es waren Freudentränen“, sagte Waldmanns Anwalt Furat Kuba (47) zu BILD.

Im März reiste der Berliner Wissenschaftler mit einer Gruppe von etwa zehn Touristen in den Irak, um das historische Land zu erkunden. Dort lernte er auch den Briten Jim Fitton (66) kennen und freundete sich mit ihm an. Als ihn sein Urlaubsfreund bat, zwei Mitbringsel in seinen Koffer zu packen, dachte sich Waldmann nichts dabei und packte die Kleinigkeiten ein.

Bei einer Gruppenreisekontrolle am Flughafen Bagdad wurden insgesamt 32 Artefakte gefunden, zwei davon im deutschen Koffer.Foto: picture alliance / AA

Dann der Schock: Bei einer Kontrolle am Flughafen von Bagdad entdeckten Ermittler insgesamt 32 Artefakte: Zwei befanden sich im Gepäck des Deutschen. Der 60-Jährige und der Brite wurden festgenommen. Bis heute haben Waldmanns Verteidiger vor Gericht für seinen Mandanten gekämpft.

Anwalt Mohammed Kubirli argumentierte, dass die Teile des Koffers des Deutschen nicht von ihm stammten und „sehr klein“ seien. Er hat die beiden Dinge auch von den Stätten Uruk und Eridu „direkt vom Boden“ abgeholt, ohne zu wissen, dass er gegen das Gesetz verstößt.

Eines der Touristenziele war die antike Stadt Eridu (Archiv) Foto: REUTERS Glückliches Selfie: Der Brite Jim Fitton und seine Frau Sarijah. Wenn das Urteil feststeht, muss er für 15 Jahre ins Gefängnis. Foto: DV / AP

Mit Erfolg: Der Richter glaubte dem Deutschen und sprach ihn frei. Rechtsanwalt Furat Kuba sagte gegenüber BILD: „Das Gericht hat den Vorwurf zurückgewiesen und unseren Mandanten freigelassen, weil wir ihn davon überzeugt haben, dass er keine kriminelle Absicht hatte.“ Allerdings verurteilte das Gericht seine britischen Mitreisenden zu 15 Jahren Gefängnis! Am Pfingstmontag stellte der Richter fest, dass der Brite in krimineller Absicht gehandelt habe.

Archäologische Stücke gehören zu den wichtigsten Kulturgütern im Irak. Der illegale Handel mit antiken Schätzen aus dem Nahen Osten bedeutet für Schmuggler ein Millionengeschäft, ermöglicht durch politische Unruhen und Konflikte. Diebstahl und Schmuggel werden streng bestraft. Die Antiquitäten der Reisegruppe wurden beschlagnahmt und müssen laut Gericht nun in ein Museum gebracht werden.

BILD-Anwalt: „Mein Mandant wurde entlassen und befindet sich derzeit in einem Hotel in Bagdad. Morgen bekommt er seinen Pass.“

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