Stiko empfiehlt die Impfung gegen Affenpocken für Risikogruppen

Aktualisiert am 6.9.2022 um 14:58 Uhr

  • Der Ständige Impfausschuss empfiehlt in einigen Fällen eine Impfung gegen Pocken.
  • Daher sollten zwei besondere Risikogruppen geimpft werden.

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfiehlt in bestimmten Fällen eine Impfung gegen Affenpocken. Die Empfehlung gilt zum einen für Personen, die Kontakt mit dem Virus hatten, zum anderen für Risikogruppen. Das teilte Stiko am Donnerstag mit. Zur Impfung steht der von der EU zugelassene Pockenimpfstoff Imvanex zur Verfügung.

Insbesondere wird die Impfung für die folgenden Gruppen empfohlen:

  • Männer, die Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Personen mit wechselnden Partnern haben; Der Grund, so Stiko, „sind in Deutschland bisher nur Fälle bei Männern in der MSM-Community gefunden worden [MSM bedeutet “men who have sex with men”; Anm.d.Red.] aufgetreten ist und daher sollte diese Gruppe besonderen Schutz erhalten.“
  • Spezielles Laborpersonal mit spezifischen Tätigkeiten mit infektiösen Laborproben, die Orthopockenmaterial enthalten. Hier sollten Sicherheitsbeauftragte eine individuelle Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Es handelt sich derzeit noch um einen Entscheidungsentwurf und nicht um eine endgültige Empfehlung. Dazu bedarf es auch des sogenannten Stellungnahmeverfahrens mit den beteiligten Bundesländern und Fachgruppen.

Stiko empfiehlt die Impfung zunächst nur für Personen, die mit Affenpocken in Kontakt gekommen sind.

Personen, die engen körperlichen Kontakt mit einer infizierten Person hatten, sollen laut Beschlussentwurf innerhalb von 14 Tagen behandelt werden, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Die Empfehlung gilt für Personen ab 18 Jahren.

Als Kontakt gelten beispielsweise sexuelle Kontakte, Kontakte in der Wohnung und längste Kontakte mit einer Entfernung von weniger als einem Meter. Wer ohne entsprechende Schutzkleidung mit einer erkrankten Person oder potenziell infektiösem Material oder Laborproben zu tun hatte, sollte ebenfalls mit einem Impfstoff geschützt werden.

Stiko geht davon aus, dass der Impfstoff zunächst nur eingeschränkt zur Verfügung stehen wird. Daher empfiehlt der Ausschuss, Personen, die mit dem Virus in Kontakt gekommen sind, zunächst zu impfen. Daher sollte die Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen im Abstand von etwa 28 Tagen (subkutane Applikation) durchgeführt werden. Für Personen, die in der Vergangenheit gegen Pocken geimpft wurden, reicht eine einmalige Impfdosis aus.

Bisher 131 Pockenfälle in Deutschland

Bis zum 9. Juni wurden in Deutschland 131 Pockenfälle gemeldet. Laut RKI handelt es sich bei allen Infizierten um Männer, von denen die meisten in Berlin leben. Im Krankenhaus werden 13 Patienten behandelt.

Vor drei Wochen trat hierzulande der erste Fall von Affenpocken auf. Relativ viele Fälle gibt es nach bisherigen Angaben in Deutschland, aber auch in Großbritannien, Spanien und Portugal.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hätten bis Mitte April die ersten Fälle in Europa gemeldet werden sollen. Es ist der größte und geografisch am weitesten verbreitete Affenpockenausbruch, der außerhalb der endemischen Gebiete West- und Zentralafrikas bekannt ist.

Lesen Sie auch: Warum breiten sich Affenpocken immer mehr auf den Menschen aus? WHO vermutet

Die Pocken gelten als deutlich weniger schwerwiegend als die seit 1980 ausgerotteten Pocken. Laut RKI wird das Virus normalerweise durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Experten warnen insbesondere davor, dass auf Festivals und Partys keine Werbung mehr gemacht wird.

Verwendete Quellen:

  • Rki.de: STIKO-Pressemitteilung zur Impfempfehlung gegen Pocken
  • dpa
  • AFP

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