Das Werk belebt die Synagoge von St. Pölten

Vor 1938 war die Jüdische Gemeinde St. Pölten hatte insgesamt 577 Mitglieder. Davon wurden 321 im Holocaust getötet, 214 entkamen und das Schicksal von weiteren 42 ist unbekannt.

Das neue Bühnenstück „Nathan 575“ gibt den ehemaligen Bürgern der Landeshauptstadt und ihres Umlandes die Stimme und erzählt ihr Leben. Diese wurden für das Stück von der Staatsdramatikerin Julia Engelmayer gesammelt, die Archive und Anthologien von Christoph Lind vom Austrian Jewish History Institute recherchierte.

So kennt die Öffentlichkeit beispielsweise die Lebensgeschichte von Olga Willner von St. Pölten, der nach Fernost fliehen musste und in China im Exil lebte.

Mischung aus Realität und Literatur

In der Handlung vermischt das Dirigentenduo Ludwig Wüst und Maja Savic diese realen Tatsachen mit Gotthold E. Lessings Ideendrama „Nathan der Weise“ und setzt Geschichten wie „Das Ringgleichnis“ oder „Der Herr des Tempels“ in einen Dialog die Stimmen. von jüdischen Augenzeugen. Auf diese Weise soll die Dringlichkeit von Lessings Idealen von Toleranz und Aufklärung noch deutlicher gemacht werden.

Um den erzählerischen Rhythmus der beiden dynamischen Handlungsebenen beizubehalten und die Übergänge möglichst natürlich zu gestalten, begleitet Helmut T. Stippich die Aufführung mit seinem Akkordeon.

Premiere feiert das Stück am Freitag, 27. Mai, um 19.30 Uhr in der Alten Synagoge. Im Herbst soll das Regieduo ihren analogen Film „I am here“ herausbringen, der in Niederösterreich gedreht wurde.

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