Der Präsident des Vereins Casimir Platzer über die Situation der Schweizer Gastronomie

Der Präsident des Platzer-Vereins kämpft gegen den Fachkräftemangel

“Gehälter in der Gastronomie sind sehr gut”

Gastro-Präsident Casimir Platzer kämpft gegen den Fachkräftemangel in seiner Branche. Das liege nicht nur an der Corona-Pandemie, sagt er im Interview. Insgesamt sind die Bedingungen in der Branche recht anständig.

Gepostet: 10.06.2022 um 18:11 Uhr

In der Gastronomie möchte ich da nie hin! Casimir Platzer (60) widerspricht diesem Spott. Wobei der Präsident des Verbandes Gastrosuisse an seiner Branche einiges zu kritisieren hat, wie er im Gespräch mit der «NZZ» sagt. Zum Beispiel im Umgang mit Mitarbeitern. „Manche Unternehmen haben noch Potenzial in Sachen Wertsteigerung“, sagt Platzer.

Ein Hotelier oder Hotelier müsse seinen Mitarbeitern zeigen, “dass ihre Leistung Sinn macht und geschätzt wird”. Dies ist besonders wichtig für Jungen. Hier können Sie mit Zusatznutzen und stärkerer Einbindung in die Unternehmensführung punkten.

Von niedrigen Löhnen wegen des Fachkräftemangels in der Gastronomie will er nichts wissen: „Die Löhne sind im Vergleich zu anderen Branchen sehr gut.“ Mehr als 4300 Franken verdient ein Berufseinsteiger im Monat, für 13. Das sind knapp 4700 Franken im Monat, schätzt Platzer. „Für einen 18- oder 19-Jährigen ist das im Vergleich zu anderen Branchen ein sehr gutes Gehalt.“ Wenn es um niedrige Löhne in der Gastronomie geht, beziehen sie sich oft auf die Gehälter von ungelernten Arbeitern in Hilfsfunktionen.

Gäste sind bereit, für Qualität mehr zu bezahlen

Allerdings, so Platzer, suche die Branche „händeringend“ qualifizierte Service-Spezialisten, Rezeptionisten und Köche, allesamt Profis. Laut Corona arbeitet derzeit jedes vierte Unternehmen mit zu wenig Personal.

Im Moment steigen nicht nur die Löhne, sondern auch die Preise. „In meinem Geschäft haben sich die Energiekosten verfünffacht. Auch Fracht und Transport sind teurer geworden», sagte Platzer im Interview mit einer Ehefrau, die in Kandersteg BE ein Hotel betreibt. «Wer nicht überzeugen kann, wird nicht überleben.»

Die Bereitschaft der Gäste, bei ausreichender Qualität etwas mehr zu zahlen, ist jedenfalls vorhanden. Die Wertschätzung der Gastronomie als Ort des geselligen Beisammenseins gilt heute als wichtiger als vor der Pandemie. (Euro)

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