„Energiepreise explodieren“ IG-Metall-Chef fordert weitere Entlastungen
11.06.2022, 11:20 Uhr
Zwei Entlastungspakete gab es, ein drittes fordert der Chef der IG Metall, Jörg Hofmann, für 2023. Er setzt neues Energiegeld und eine Preisdeckelung beim Benzin aufs Spiel. Außerdem fordert sie, die Schuldenbremse auszusetzen.
IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hat seine Forderung nach mehr staatlicher Entlastung von den stark gestiegenen Verbraucherpreisen bekräftigt. „Die Tarifpolitik allein wird die Jahre 2022 und 2023 nicht kompensieren können“, sagte der Chef von Deutschlands größter Einzelgewerkschaft der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. “Steigende Energiepreise werden sich erst im nächsten Jahr voll bemerkbar machen.”
„Wir müssen über ein drittes Hilfspaket für 2023 sprechen“, sagte der Chef der IG Metall. Sie beinhaltet wie in diesem Jahr eine Energieprämie von 300 Euro für Erwachsene und 100 Euro für Kinder. „Die gute Maßnahme darf nicht wieder diskreditiert werden, Rentner ausgenommen.“ Er forderte auch eine Gaspreisobergrenze, um den normalen Haushaltsverbrauch sicherzustellen, und eine Senkung des Strompreises. Zur Finanzierung schlug Hofmann zudem vor, die Schuldenbremse 2023 auszusetzen.
Bundesfinanzminister Christian Lindner hat sich derweil gegen ein weiteres Hilfspaket für Bürger vor den Sommerferien ausgesprochen. Er empfiehlt jedoch neue Maßnahmen für das nächste Jahr. Vor allem kleine und mittlere Einkommen verdienten eine Entlastung, sagte er dem Nachrichtenportal „t-online“. „Angesichts der hohen Inflation sollten wir vor allem das Fortschreiten der Erkältung vermeiden“, sagte Lindner.
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Die Gewerkschaft will laut Hofmann bei der nächsten Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie das Thema Geld in den Mittelpunkt stellen. Zumindest sollte es darum gehen, Reallöhne zu sichern. Die Aufnahme einer Umverteilungskomponente könne dazu führen, dass eine Lohnerhöhung von sieben Prozent und mehr gefordert werde, sagte der Gewerkschaftsführer im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.
Der Vorstand der IG Metall will am 20. Juni über seine Empfehlung entscheiden. Der endgültige Rechtsstreit wird am 30. Juni von den regionalen Gehaltskommissionen und erneut am 11. Juli vom Vorstand entschieden. Die Verträge von rund 3,7 Millionen Beschäftigten in den Kernbranchen der deutschen Industrie laufen Ende September aus.