Einwände gegen den „Synodalen Weg“ Der Papst kritisiert den Reformplan der Deutschen Kirche
14.06.2022, 17:03
Die deutsche katholische Kirche wird reformiert. Mit dem „Synodal Way“ soll sich vor allem für Frauen und Homosexuelle einiges ändern. Papst Franziskus hat von den Vorschlägen wenig zu gewinnen. Eine evangelische Kirche gebe es bereits – „Wir brauchen keine zwei“, kritisiert der Papst.
Papst Franziskus hat den Reformprozess der deutschen katholischen Kirche, den “Synodalen Weg”, offen kritisiert. „Es gibt eine sehr gute evangelische Kirche in Deutschland. Wir brauchen keine zwei“, sagte der katholische Kirchenbeamte in einem Interview mit der Jesuitenzeitschrift „La Civiltà Cattolica“. Das sagte er dem Präsidenten der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing. Gewünschte Reformen in der deutschen Kirche, wie Frauen in geistlichen Positionen oder die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, werden im Vatikan teilweise heftig kritisiert.
„Das Problem entsteht, wenn der synodale Weg von der intellektuellen und theologischen Elite ausgeht und stark von äußerem Druck beeinflusst wird“, sagte Franziskus. Es gibt einige Diözesen, in denen sich langsam der synodale Weg mit den Gläubigen, also den Menschen der Kirche, entwickelt. Offenbar findet diese Art des Vorgehens bei dem 85-jährigen Argentinier mehr Zustimmung.
Franziskus verwies auch auf einen früheren Brief, in dem er den synodalen Weg der deutschen Katholiken kommentierte. Er habe einen Monat gebraucht, um den Brief zu schreiben, und er habe ihn bewusst ohne Beteiligung der Kurie – der zentralen Verwaltung des Vatikans – geschrieben, sagte er. Allerdings war der Brief so blumig und mehrdeutig formuliert, dass sich seitdem sowohl Befürworter als auch Gegner der Reformen darauf beziehen.
Der Papst verschiebt die Entscheidung über Woelkis Rücktritt
Franziskus wandte sich im Interview auch an den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Er sagte: „Als die Situation sehr turbulent war, bat ich den Erzbischof, für sechs Monate zu gehen, damit die Dinge in Ordnung gebracht werden konnten und er klarer sehen konnte.“ Die Formulierung ist interessant, weil Woelki behauptete, dass die Ausfallzeit seine Idee war. Francis fuhr fort: „Als er zurückkam, bat ich ihn, ein Kündigungsschreiben zu schreiben. Er tat dies und gab es mir. Und er schrieb einen Entschuldigungsbrief an die Diözese. Ich überließ es ihm, zu sehen, was los war. aber ich habe Ihr Kündigungsschreiben in der Hand.“
Die Entscheidung über die Annahme der Petition könne noch einige Zeit dauern: “Was jetzt passiert, ist, dass es viele Gruppen gibt, die drängen, und unter Druck kann es nicht beurteilt werden.” Deshalb will er erst entscheiden, wenn der Druck abgebaut ist. Auch in der Erzdiözese Köln gibt es ein „Wirtschaftsthema“, in dessen Zusammenhang die Entsendung eines Finanzteams vorgeschlagen wird. Was genau der Papst damit meinte, war nicht klar.