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Erstellt: 27.05.2022 Aktualisiert: 27.05.2022, 15:50
Von: Tobias Utz
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Offenbar findet am Freitag in Litauen ein “Gipfel gegen Putin” statt. Die ersten Details werden nun öffentlich gemacht.
+++ 15.45 Uhr: Über den angeblichen „Anti-Putin-Gipfel“ in Litauen sind bisher so gut wie keine Details bekannt geworden. Laut einem Medienbericht sollen viele europäische Führungspersönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft vom litauischen Außenminister eingeladen worden sein (siehe Erstmeldung).
Annalena Baerbock und Gabrielius Landsbergis gaben Erklärungen ab. (Archivfoto) © Janine Schmitz / Photothek.de / Imago Images
Die Veranstaltung scheint das “Vilnius Russia Forum” zu sein. Die Veranstaltung wird seit 2013 veranstaltet, 2022 zum achten Mal. Nach Angaben des litauischen Außenministeriums steht der Krieg in der Ukraine im Mittelpunkt der diesjährigen internationalen Konsultationen, an denen voraussichtlich auch viele NGOs beteiligt sein werden. Unter anderem sollen Freiheitsbeschränkungen diskutiert werden. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung vom Freitagmorgen geht es vor allem darum, die Ukraine zu “ersetzen”. Demnach wurden bereits am Freitag drei mögliche Szenarien für eine Fortsetzung des Ukraine-Konflikts ausgearbeitet:
- Szenario Nr. 1: Putin wird im Kreml ersetzt. Dazu wäre ein Putsch erforderlich, wahrscheinlich militärisch. In dem Bericht sagt ein mutmaßlicher Teilnehmer des “Gipfels gegen Putin”: “Jede Art von Veränderung ist ein Fortschritt in der aktuellen Situation.” Ein autokratisches Regime konnte jedoch aufrechterhalten werden.
Zuletzt gab es Gerüchte, dass es im Kreml zu Ausschreitungen kommt. Der innenpolitische Druck in Russland wächst aufgrund teilweise gescheiterter Invasionspläne in der Ukraine stetig. Offenbar wird bereits ein Nachfolger für Putin gesucht.
- Szenario 2: Das russische Volk steht auf. Offenbar hält die Beratergruppe die Massendemonstrationen zum Sturz Putins für ein realistisches Szenario. Wie Massenproteste in Russland unterdrückt werden, zeigte sich bereits zu Beginn der Invasion. Es gab Dutzende Verletzte.
Was gegen die Massenproteste spricht, ist die ständige Propaganda in Russland. Der größte Teil der Medienlandschaft wird vom Kreml kontrolliert. Daher ist die Informationslage sehr schlecht. So liegt Russland im Pressefreiheits-Ranking von Reporter ohne Grenzen auf Platz 155 von 180.
Szenario 3: Demokratie statt Autokratie. Szenario 3 sagt dem Bericht zufolge Russland als „große Ukraine“ voraus, das heißt, das derzeitige dominante Regime würde von innen heraus revolutioniert. Dies ist wahrscheinlich das unwahrscheinlichste der drei Szenarien. Es werden keine Details angegeben, wie dies erreicht werden könnte.
„Anti-Putin-Gipfel“: Scheinbar geheimes Treffen in Litauen – „Killing the Russian Bear“
Erstmeldung am Freitag, 27. Mai, 8.30 Uhr: Vilnius/Moskau – Derzeit kursieren Medienberichte über einen möglichen “Gipfel gegen Putin” in Litauen, der am Freitag (27. Mai) stattfinden soll. Grundlage ist der Bericht der Bild-Zeitung. Dem Bericht zufolge wurden vom litauischen Außenminister Gabrielius Landsbergis hochrangige Politiker, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten aus ganz Europa eingeladen.
Verteidigungsminister Schoigu (links) und Präsident Putin (rechts) besuchten kürzlich verwundete russische Soldaten in einem Krankenhaus. © Michail Metzel / AFP
Ziel des “Anti-Putin-Gipfels” ist es dem Bericht zufolge, Pläne zu entwickeln, die Ukraine zu “ersetzen”. Außerdem sei es wichtig, „den russischen Bären zu töten“, was sich offenbar auf Wladimir Putin bezieht.
Der ukrainische Krieg in Bildern: Zerstörung, Widerstand und Hoffnung
Siehe Fotogalerie
Ukraine-News: Wird es in Litauen einen „Gipfel gegen Putin“ geben?
Die Bild-Zeitung zitiert in diesem Zusammenhang einen mutmaßlichen Teilnehmer des Gipfels. „Putin ist mit dem brutalen Krieg gegen die Ukraine zu weit gegangen. Zehntausende Russen mussten seit Kriegsbeginn ihren Größenwahn mit dem Leben bezahlen. Wenn wir ihn jetzt nicht in Russland beseitigen, wann dann? ?“, betont der Anonyme.
Der litauische Außenminister Landsbergis hat sich dazu noch nicht geäußert. Auch andere große europäische Politiker äußerten sich nicht. Der Bild-Zeitungsbericht kann nicht unabhängig überprüft werden.
Die von der anonymen Quelle erwähnten großen russischen Verluste im Ukrainekrieg sind umstritten.
Der ukrainische Generalstab berichtet, dass fast 30.000 russische Armeesoldaten getötet wurden. Obwohl Putin in seiner Rede vom 9. Mai Verluste einräumte, spricht der Kreml von maximal 2.000 getöteten Streitkräften im Ukrainekrieg.
(Sie)